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Kleintektonische Methoden im mitteldeutschen Paläozoikum.

ZÖLLICH, M. S.

Kurzfassung

Der Kleintektonik kommt als Hilfsmittel bei der Erkennung und Deutung größerer, unmittelbar nicht mehr erfaßbarer Formen erhebliche Bedeutung zu. Ihr ist ein wesentlicher Fortschritt in der Kenntnis der jungen saxonischen Formen im Mesozoikum Mitteldeutschlands zu verdanken. Im Variszikum hingegen fehlt, abgesehen von Teilen des Rheinischen Schiefergebirges, noch eine ähnlich konsequente Anwendung kleintektonischer Methoden. Außerordentliche Wichtigkeit kommt der räumlichen Lage der Faltenachsen in jedem intensiver durchbewegten Gesteinskomplex zu. Diese gilt es nun - auch und vor allem bei schlechten Aufschlußverhältnissen - möglichst genau messend zu erfassen. Die erste hierbei verwendbare Regel besagt, daß in parallelachsigen, axial nicht gekrümmten Faltensystemen alle auf Teilstücken der Schichtfläche errichteten Lote in einer Ebene liegen müssen die auf den Faltenachsen senkrecht steht. ...