Original paper

Geologische Untersuchungen über die Basalte des Westerwaldes

AHRENS, WILHELM

Kurzfassung

Die großen Basaltdecken des Westerwaldes liegen auf oder in einem basaltischen Tuffit, der nach seiner, allerdings spärlichen Flora und Fauna der jung-oberoligozänen Braunkohle von Rott im Siebengebirge entspricht; er enthält Einlagerungen von Braunkohle, Dysodil, unreinem Ton usw. Man unterscheidet seit langem, von den Hauptbraunkohlenflözen ausgehend, einen Dach- und einen Sohlbasalt. Trotzdem schon die alten nassauischen Geologen viele Beobachtungen über die Intrusivnatur mancher Sohlbasalte beigebracht haben, hielt man doch, vor allem nach den Arbeiten von ANGELBIS, grundsätzlich den Sohlbasalt für älter als die Braunkohlenflöze, also für gleich alt mit den tieferen Teilen des Tuffits. Erst die Untersuchungen nach dem Kriege (BUCHNER, SCHUCKMANN, KLÜPFEL) zeigten, daß die große Masse des Sohlbasalts intrusiv sein muß. Auch für die Intrusivnatur mancher ,Dach"basalte lassen sich Beweise erbringen. Der Hauptgrund, der die alten Geologen veranlaßte, die Intrusivnatur des Sohlbasalts nicht anzuerkennen, lag in der, vor allem bei Breitscheid und Gusternhain zu beobachtenden Horizontbeständigkeit. Dies kommt am klarsten zum Ausdruck bei SELBACH, 1867, S. 19 (,es ist nicht einzusehen, warum sie [die Basalte] gerade immer in derselben Entfernung unter den Braunkohlenflözen endigen würden, wenn sie jünger als diese wären"). Bei Breitscheid z.B. liegt der Sohlbasalt immer in den allertiefsten Schichten des Tuffitlagers, vielfach nur wenige Zentimeter über dem weißen Ton des vorbasaltischen Liegenden. Diese Schwierigkeit und auch die meistens außerordentlich geringe Kontaktwirkung des Basaltes auf die Braunkohle und andere Schichten des Tuffitlagers erklärt sich aus der Beschaffenheit des intrudierten Mediums. Wir müssen uns den durchweg gut geschichteten Tuffit zur Zeit der Intrusion als ein noch vollkommen unverfestigtes, schlammiges, wohl vielfach noch wasserbedecktes Gebilde vorstellen, in dem tuffige und tonige Schichten mit Faulschlamm und Torflagen, mit Kieselgurbänkchen usw. in bunter Folge wechselten, wie es vor allem die Profile der Breitscheider und Gusternhainer Gruben zeigen. Drang ein basaltischer Schmelzfluß bis in die Nähe der Oberkante des liegenden weißen Tones auf, war es nahezu dasselbe, ob er an der Grenze Ton-Schlamm oder an der Grenze Schlamm-Wasser ,intrudierte". ...