Original paper

Die Bestandsaufnahme des Phosphorsäuregehaltes deutscher Gesteine als Maßnahme zur Sicherung der Phosphorsäure-Versorgung Deutschlands

HUMMEL, K.

Kurzfassung

In einem früheren Aufsatz (HUMMEL 1936) habe ich darauf hingewiesen, daß Deutschland in seiner Phosphorsäure-Versorgung z. Zt. fast ausschließlich vom Ausland abhängig ist, und daß Maßnahmen erforderlich sind, um uns in dieser Hinsicht wenigstens für den Notfall vom Ausland unabhängig zu machen. Neben der besseren Ausnützung des Phosphor-Säuregehaltes der städtischen Abwässer, also einer im wesentlichen technischen Aufgabe, kommen folgende Maßnahmen in Frage, an deren Vorbereitung die deutschen Geologen mitzuarbeiten haben: 1. Aufsuchen neuer, bauwürdiger Phosphatlagerstätten. 2. Vermehrung des Abbaues inländischer, phosphorsäurereicher Eisenerze. 3. Nachweis von Gesteinen mit überdurchschnittlichem Phosphorsäuregehalt, die im Notfall in irgend einer Form zur Ergänzung des Phosphorsäuregehaltes unserer Ackerböden herangezogen werden können. Zu diesen drei Aufgabenbereichen ist im Einzelnen folgendes zu sagen: I. Aufsuchen neuer, bauwürdiger Phosphatlagerstätten: Die Versorgung Deutschlands wäre am besten gesichert, wenn uns große, im weltwirtschaftlichen Sinne bauwürdige Phosphatlagerstätten zur Verfügung stünden. Leider sind die Aussichten auf Verwirklichung dieses Wunsches gering. Trotzdem muß diese Möglichkeit stets im Auge behalten werden. Eine gewisse, wenn auch schwache Hoffnung auf Auffindung neuer, bisher unbekannt gebliebener Lagerstätten kann sich darauf gründen, daß Phosphorit äußerlich unscheinbar ist und leicht mit Kalkstein, Steinmergel u. dgl. verwechselt wird, wenn er bank- oder stockförmig und nicht in den bekannten, leicht erkennbaren Knollen auftritt. Es ist daher nicht ganz ausgeschlossen, daß hier und da Phosphatlagerstätten übersehen worden sind, weil sie mit anderen Gesteinen verwechselt wurden. Namentlich in allen Kalkstein-Gebieten muß daher mehr als bisher auf die Möglichkeit des Auftretens von Phosphoritbänken geachtet werden; phosphoritverdächtig ist vor allem die Nachbarschaft von Emersionsflächen, größeren Schichtfugen, usw., ferner (entsprechend den Lahnphosphaten) die Ober- oder Seitenfläche verkarsteter Kalkmassen, namentlich in der Nachbarschaft von basischen Eruptivgesteinen. ...