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Die erdgeschichtliche Stellung der Oberharzer Blei-Zinkerzgänge.

BECKSMANN

Kurzfassung

Die alte Streitfrage des Alters der Oberharzer Gänge und ihrer Erze läßt sich von zwei Seiten her mit dem gleichen Ergebnis entscheiden: 1. Die primären Teufenunterschiede gehen nicht den im Gefolge der saxonischen Kippschollenbewegungen entstandenen Landoberflächen, sondern den vorsaxonischen konform, wie sich an der oberrotliegenden Rumpffläche als Bezugsfläche zeigen läßt. Da die Haupterzgeneration nicht mehr in den Zechstein hineingeht, wohl aber der Schwerspat, fallen die Entstehung der Gangstörungen wie der Absatz des Hauptteiles der Gangfüllung (außer Schwerspat) in die Zeit des Oberkarbons und Rotliegenden. 2. Rutschstreifen wie Gestalt der Erzmittel zeigen, daß die Gangstörungen mit vorwiegend horizontaler Bewegungskomponente angelegt worden sind. Sie können somit nicht im Gefolge der saxonischen Nordharz-Überschiebung entstanden, sondern nur Parallelstörungen zu der variskischen Nordharz-Elbtal-Horizontalflexur sein, die wahrscheinlich in der erzgebirgischen Phase aufriß. ...