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Harztektonik und Paläogeographie des Unterkarbons

THIERBACH, HELMUT

Kurzfassung

1. Um eine paläogeographische Übersicht des gesamten Unterkarbons zu ermöglichen, wird auf Grund der vorliegenden Literatur über die Kulmgrauwacke und -konglomerate die Paläogeographie für das Untere Unterkarbon abgeleitet. Dabei stellt sich heraus, daß sich die Sedimentationsvorgange vorwiegend zwischen einem nördlichen Kontinent und einem südlichen Hochland abspielen. In größter Entfernung vom südlichen Hochland hegt das offene Kohlenkalkmecr von Belgien-Westfalen; davon getrennt, doch in der gleichen Zone das kalkige Unterkarbon im Harz das sich durch geringere Reinheit und durch Fossilfreiheit auszeichnet. Diese Verhältnisse treffen wir bei Sankt Andreasberg und Wernigerode. 2. Der nördliche Kontinent bedingt anschließend fast kalkfreies Unterkarbon im Oberharz, der südliche verursacht entsprechende Sedimente in Elbingerode, Sieber und Tanne. 3. Bei der speziellen Behandlung von Wernigerode erfolgt eine klare Trennung der Kieselschieferpartien in eine autochthone Serie innerhalb des kalkigen Unterkarbons und eine ortsfremde fazielle abweichende Serie, die tektonisch der Stioger Decke zugehört. 4. Im einzelnen wird gezeigt, wo diese ortsfremden Kieselschiefer liegen und wie sie sich ihren Nachbargesteinen gegenüber verhalten (Profile). 5. Das führt zwangsläufig dazu, den von WUGK gewählten Fensterrahmen von Wernigerode an einigen Stellen auszubessern und zu verengern. 6. Ähnlich liegen die Verhältnisse bei Elbingerode im Nordwesten und Osten, wo der Stieger Kieselschiefer schon früher als fremdartige Ahrenfelder Fazies auffiel, und schließlich 7. auch bei Sieber. 8. Im Zusammenhang hiermit wird das kleine Fenster von Sankt Andreasberg mit kalkigem Unterkarbon besprochen. 9. Für das südöstlich gelegene Tanner Gebiet ergeben sich weder paläogeographisch noch tektonisch irgendwelche Änderungen gegenüber früheren eigenen Ausführungen. 10. So ergibt sich nochmals die Zusammengehörigkeit von Nordwestharz, Wernigerode Elbingerode, Sankt Andreasberg, Sieber und Tanne zur Oberharzer autochthonen Serie. 11. Fremdkörper bleibt der Acker. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Kieselschiefer und der häufigen Schuppungen wird die Stratigraphie erläutert und die eigenartige Quarzitausbildung paläogeographisch zu deuten versucht. Die Acker-Kieselschiefer fügen sich dabei der Stieger Decke gut ein (Acker-Stieger-Kieselschiefer). Die Quarzite bereiten noch paläogeographische Schwierigkeiten.