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Zur Stratigraphie der Grenzschichten zwischen Lias und Keuper in der Umgegend von Bayreuth

WEISS, W.

Kurzfassung

Nach älteren Angaben (GOTHAN 1914, FROSCH 1922) finden sich Pflanzenlager fast stets nur in den oberen Schichten des ,Rhätsandsteins" von Bayreuth. Da man das Alter der in der Umgebung von Bayreuth gefundenen Pflanzen aus dieser Formation ziemlich allgemein für liassisch ansieht, ergibt sich die Folgerung, daß auch die oberen Schichten des ,Rhätsandsteins" bereits zum Lias gezählt werden müssen. Es blieb nur die Frage offen, wo die Grenzlinie zwischen Rhät- und Lias-Schichten innerhalb des sogen. Rhätsandsteins verläuft. Nach meinen Beobachtungen aber sind die ergiebigen Pflanzenlager des ,Rhätsandsteins" nicht hauptsächlich auf dessen oberen Teil beschränkt, sondern halten vorwiegend die Mitte des ,Rhätsandsteins" ein. Dafür mögen einige Beispiele genannt werden. In einer Sandgrube auf der Hohen Warte nördlich Bayreuth kann zur Zeit eine Tonlinse (von 0,5 m Stärke und etwa 9 m Durchmesser) betrachtet werden, die 10 m unter der Oberkante des ,Rhätsandsteins" liegt und zahlreiche Reste von Podozamites distans FR. BRAUN und Cheirolepis münsteri SCHENK einschließt. Der ,Rhätsandstein" hat hier wie überall in unserer Umgebung 20 m Mächtigkeit. Zum mittleren ,Rhätsandstein" gehört auch die aus der Zeit der ersten Pflanzenfunde bekannte Kohlentonschicht von Theta nördlich Bayreuth. Man kann heute noch ihr Ausstreichen 10 m unter der Oberkante des Sandsteins am Gehänge feststellen. Im Jahr 1840 hatte man von der Oberfläche der ,Rhätstufe" einen Schacht abgeteuft, der in 12 m Tiefe auf dem Kohlenton fündig wurde. Diese Fundstelle hatte die berühmtesten Pflanzensammlungen der früheren Zeit geliefert. In noch tieferen Horizonten lag, wie FR. BRAUN berichtet, ein anderer alter Fundplatz, der Teufelsgraben westlich von Bayreuth. Auch diese Fundstelle lieferte eine reiche Pflanzensammlung (diejenige des Pfarrers DIETZ, welche später in das Kreisnaturalienkabinett von Bayreuth kam) und ferner die von FR. BRAUN beschriebenen Tierreste (BRAUN 1860). Eine andere pflanzenführende Tonschicht, in den Steinbrüchen von Forst nordwestlich von Bayreuth, deren Aufdeckung nun schon Jahre zurückliegt, ist ebenfalls zum mittleren ,Rhätsandstein" zu rechnen. Die Stelle liegt ungefähr 8 m unter der Oberkante des ,Rhätsandsteins". Was den Fossilinhalt betrifft, so sammelte ich früher daraus Sagenopteris (häufig), Thinnfeldien, Nilssonien, Baiera taeniata FR. BRAUN, Gutbiera angustiloba PRESL, sowie Spiropteris.