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Bodenkundliche und geologische Aufnahmen in der Rhön - Beispiel einer Spezialkartierung unter Benutzung der Reichsbodenschätzung als Grundlage der Landesplanung

HIRSCH, LUDWIG

Kurzfassung

Ausgehend von den bodenkundlichen Übersichtskarten 1:100 000 und kleineren Maßstabs wird die Notwendigkeit großmaßstäblicher Kartierung großer zusammenhängender Flächen für landesplanerische Zwecke herausgestellt. Die Methode STREMME'S wird der Zielsetzung der Reichsbodenschätzung gegenüber gehalten. Die Aufgabe, innerhalb kurzer Zeit für die Kultivierung von 8000 ha Ödland die wissenschaftlichen Grundlagen kartenmäßig zu beschaffen, sucht Verfasser durch Benutzung der Reichsbodenschätzung zu lösen. Nach einem Überblick über die vorhandenen topographischen Karten, geologischen, hydrologischen und bodenkundlichen Grundlagen wird eine Darstellung der Methode und Ziele der Reichsbodenschätzung gegeben. Die neue geologische Spezialkartierung als Ergänzung der Bodenuntersuchung gibt Anlaß zu einer Abgrenzung der Beziehungen beider zueinander. Die Feststellung, daß in der Rhön häufig keine unmittelbare Abhängigkeit zwischen ,Boden" und ,Gestein" besteht, wird durch die Beobachtung zwischengeschalteter fossiler Böden erhärtet. Die Besprechung der Bodenkarte geht aus von einer Würdigung der Behandlung der bodenbildenden Hauptfaktoren bei der Reichsbodenschätzung. Dabei wird festgestellt, daß die steuertechnischen Ziele eine wissenschaftlichbodenkundliche und kulturtechnische Auswertung der Bodenschätzung nicht ohne weiteres ermöglichen. Bleibt man sich ihrer Grenzen aber bewußt, besteht kein Anlaß, eine Änderung der Methode zu fordern. Als vordringlichste Auswertungskarte wird eine Bodenwasserkarte geschaffen, die eine Übersicht über die gut mit Wasser versorgten, zu nassen und zu trockenen Flächen gibt. Die Notwendigkeit der Ergänzung und Erläuterung der Wasserkarte durch die geologische Karte wird an zwei Beispielen erläutert, welche die Grundzüge der hydrologischen Zusammenhänge in der Rhön streifen.