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N. STENO (1638-1686) und seine Stellung in der Geschichte der Geologie.

BECKSMANN, E.

Kurzfassung

Anläßlich der dreihundertsten Wiederkehr seines Geburtstages wurde die Stellung STENO'S in der Geschichte der Geologie gewürdigt. In seinem ,Prodromus" 1669 entwickelte er mit erstaunlicher methodischer Folgerichtigkeit eine ,Urkundenlehre" der Erdgeschichte bewußt auf dem Wege der aktualistischen Methode. Krönung des Ganzen ist die Darlegung der geschichtlichen Entwicklung Toskanas, begleitet von einer Profilserie, die erkennen läßt, daß ihm die Bedeutung von Winkeldiskordanzen und ,orogenen Phasen" vollkommen klar war. Damit ist das Dogma von der Unveränderlichkeit der Erdoberfläche gründlichst erschüttert, aber die Wirkung von STENO'S Arbeit auf die nachfolgende Zeit (Aufklärung) mußte ausbleiben. Ohne Kenntnis von STENO'S Arbeit, aber auf gleicher methodischer Grundlage wurde Mitte des 18. Jahrhunderts in Thüringen der Ansatz neu gefunden und durch FÜCHSEL u. a. die geologische Wissenschaft begründet.