Original paper

Zur Altersfrage der subsudetischen Grauwacken

Fabian, Hans-Joachim

Kurzfassung

In einer soeben erschienenen (1938) Arbeit hat sich K. PIETZSCH erneut mit dem Schiefergebirge am Nordrand des Lausitzer Granitmassivs befaßt und Vergleiche mit der stratigraphischen Entwicklung des Paläozoikums der benachbarten Gebiete angestellt. Er kam dabei zu dem Ergebnis, daß ein Teil der Lausitzer Grauwacken in das Algonkium gestellt werden müsse. Damit ist erneut die Frage nach dem Alter der Grauwacken akut geworden, die auch G. BERG (1935) in seiner Arbeit über die ,Oberlausitzer Grauwackenformation" erörtert hat, wobei er zu dem Schluß kam, daß diese wahrscheinlich den oberen Teilen der ordovizischen Schichten im Bober-Katzbach-Gebirge entspricht. Ein Teil dieser Grauwacken ist nun wieder identisch mit den Grauwacken des westlichen Bober-Katzbach-Gebirges, und zwar auf den M. T. Bln. Greiffenberg, Lauban, Marklissa und Liebenthal, für die M. SCHWARZBACH (1936) ein algonkisches Alter vermutet hat. Hier stehen sich also zwei Auffassungen gegenüber. Von den Grauwacken des westlichen Bober-Katzbach-Gebirges sagt nun SCHWARZBACH, daß sie ,vielleicht in den petrographisch sehr ähnlichen Jenkauer Grauwacken des Sudetenvorlands ihr Äquivalent haben". Diese hat auch E. BEDERKE (1934) als algonkisch betrachtet und in ihnen ,den Unterbau des Cambrosilurs vom Bober-Katzbachgebirge" gesehen. Es war also auch hier die Frage zu entscheiden, ob die Grauwacken bei Jenkau im Sudetenvorland algonkisch oder jünger - und dafür kam eigentlich nur ordovizisches Alter in Frage - seien. Aus der vom Verfasser im subsudetischen Schiefergebirge durchgeführten und so gut wie abgeschlossenen Untersuchung wird daher die kurze Mitteilung einiger Ergebnisse in diesem Zusammenhange von Interesse sein; eine ausführliche Darstellung soll einer später folgenden Arbeit vorbehalten sein. Dem Verfasser der letzten zusammenfassenden Darstellung der geologischen Verhältnisse des ,vorsudetischen Schiefergebirges", L. v. z. MÜHLEN (1926), war es nicht gelungen, in die Schiefer des Sudetenvorlands eine Altersgliederung zu bringen, zumal auch eine Klärung der Gesteinsverbände nicht erfolgt ist. Er hielt sie aber in ihrer Gesamtheit wegen ihrer ,lithologischen Beschaffenheit" für silurisch. Der bestaufgeschlossene Teil des subsudetischen Schiefergebirges liegt auf den Bl. Kuhnern und Jauer; nach S sind die Schiefer durch den Striegau-Zobtener Granit begrenzt, der sie kontaktmetamorph verändert hat, im N reichen sie mit tektonischer Grenze an den Gneis von Gr. Wandriss heran. ...