Original paper

Vulkanische und tektonische Spalten auf Island und die Frage der Kontinental-Verschiebungen.

Bernauer, F.

Kurzfassung

Der Vortrag behandelte zunächst die unterscheidenden Merkmale zwischen den mit dem Namen ,Gjá" bezeichneten tektonischen Spalten einerseits, und den Kon-traktionsspalten, den randlichen Abscherungen bei Lavaströmen, den Einbrüchen von Lavafließröhren, Lavastaustellen und erstarrenden Feuerseen, ferner den durch Aufwölbungen in der Lava, durch Unterströmungen und durch oberflächliche Rutsche entstandenen Spalten andererseits. Lückenlose Reihe von klaffenden Spalten (1 cm bis > 50 m) über Fumarolenspalten, Schlacken- und Tuffkraterreihen bis zu Lava-,Spaltenergüssen". Die untersuchten offenen gjár sind nacheiszeitlich und z. T. in geschichtlicher Zeit gebildet oder erweitert. Sie sind besonders in der jungvulkanischen Zone Islands bekannt, fehlen aber auch im alten Basalt nicht. Form und Anordnung spricht für eine mit Dehnung verbundene Fließbewegung des Untergrundes, der die bereits erstarrte Decke nur unter Bildung querverlaufender Risse folgen konnte. Der nacheiszeitliche Dehnungsbetrag beträgt in den gemessenen Profilen 1-3%.