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Kieselrinden im Eibsandsteingebirge

Seifert, Alfred

Kurzfassung

Neben echten, schon von BEYER beschriebenen ,Gipsrinden" treten an und auf den Felsen des Eibsandsteingebirges durch Einkieselung verfestigte Rinden auf. Diese meist hellgelblichen bis gelbbräunlichen oder grauen Kiesel rinden zeigen folgende Gliederung (vgl. Fig. 1): außen eine Bleichzone (1-4 mm), innen vielfach eine Bräunungszone (mit geringen Ausscheidungen von Brauneisen); zwischen beide schaltet sich an vielen Stellen eine Zone von endolithischen Diatomeen ein. Die Einkieselung gibt sich außer durch die oft quarzitartige Härte der Rinden durch fettartigen Glanz im Querbruch zu erkennen. Die Breite der eingekieselten Zone schwankt meist zwischen 0,5 und 2 cm. - Die Kieselrinden kommen vor allem an den senkrechten Wänden über den Zwischenhorizonten des Sandsteins, aber auch auf manchen horizontalen Sandsteinoberflächen vor. Südexposition der Felswände fördert ihre Bildung wesentlich, ist aber nicht ausschließlich maßgebend. - Im Dünnschliff zeigen die Kieselrinden verschiedene Kieselsäuremodifikationen als Ausscheidungen in den Interstitien des Sandsteins: Opal, Quarzin und Quarz, letzteren teils als selbständige Neubildung, teils als ergänzendes Cement. - Die in den Rinden ausgeschiedene Kieselsäure ist teils von der Mylonitisierung gewisser Zonen des Sandsteins im Gefolge der Lausitzer Überschiebung, teils von der Lösung der in den Sandsteinkörnern vorhandenen Kieselsäure herzuleiten; die Hauptmenge dürfte jedoch die Verwitterung der Feldspatpartikelchen des Sandsteins geliefert haben und noch liefern. - Das Auftreten von Opal und Quarz nebeneinander deutet darauf hin, daß die Kieselsäure in verschiedenen Dispersitätsgraden in die Rindenzone geführt wurde. Die Bildung der Kieselrinden erfolgt noch in der Gegenwart. Wenn sich auch Übereinstimmungen der Kieselrinden mit den ,Schutzrinden" in ariden Gebieten ergeben, so kann man doch die Kieselrinden nicht als Anzeichen eines früheren ariden Klimas ansehen; sie entstehen vielmehr unter pseudo-ariden Bedingungen als edaphische Bildungen.