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Zur Klufttektonik des niederrheinischen Haupt-Braunkohlenflözes

Wölk, Ernst

Kurzfassung

1. Einleitung: Das auf dem Vorgebirge oder der Ville westlich von Köln durch den Bergbau aufgeschlossene niederrheinische Haupt-Braunkohlenflöz ist aus verschiedenen Gründen zu klufttektonischen Arbeiten besonders geeignet: Der rege bergmännische Abbau schuf ausgezeichnete Aufschlüsse mit z. T. kilometerlangen, geraden, glatten und hohen Kohlenstößen. Durch zahlreiche Bohrungen ist die Großtektonik des in Frage kommenden Gebietes hinreichend geklärt. Es ist deshalb ein leichtes, den Beziehungen zwischen der großtektonik und den Klüften nachzuspüren. Dieser Umstand erwies sich für die vorliegende Untersuchung als außerordentlich aufschlußreich und ist auch für die Praxis von großer Bedeutung. Da nur die Klüfte im Braunkohlenflöz in Betracht gezogen wurden, handelt es sich um die Feintektonik in einem mehr oder weniger einheitlichen Medium, das sich tektonischen Beanspruchungen gegenüber einheitlich und übereinstimmend verhalten wird. Die bestehenden Strukturunterschiede - erinnert sei nur an die verschiedene Ausbildung der Braunkohle als Knabbenkohle und Rieselkohle (WÖLK 1935 a, 1936 b) - sind leicht erkennbar. Die Einflüsse dieser Strukturunterschiede auf die Klufttektonik lassen sich deshalb unschwer festsllen. Wegen des tertiären Alters des Hauptflözes ist seine geologische Geschichte verhältnismäßig kurz. Im Gegensatz zu dem alten, intensiv gefalteten Grundgebirge ist es nur von den jungen Gebirgsbildungen betroffen worden. Die Klufttektonik wird deshalb einfache und klare Verhältnisse aufweisen und nicht das verwickelte und verworrene Bild der Feintektonik des Grundgebirges zeigen. ...