Original paper

Übersicht über die vulkanische Tätigkeit (vom Januar 1937 bis März 1938) [Review-Artikel]

Hantke, Gustav

Kurzfassung

Im Folgenden soll eine kurze Übersicht über die im Zeitraum vom Januar 1937 bis März 1938 erfolgte vulkanische Tätigkeit gegeben werden. Die Hauptquellen für diese Zusammenstellung sind die von den vulkanischen Beobachtungsstationen herausgegebenen Zeitschriften. Was die Zahl dieser Beobachtungsposten anbetrifft, so steht Niederländisch-Indien an erster Stelle. Der dortige Vulkandienst wurde nach dem über 5000 Menschenleben fordernden Keloed-Ausbruch (Mai 1919) im Jahre 1920 gegründet und kontrolliert ständig die Vulkane Merapi-Java, Papandajan, Keloed, Lamongan, Tangkoeban Prahoe, Kawah Idjen, Krakatau und Tjerimai, sämtlich auf Java mit Ausnahme des in der Sundastraße gelegenen Krakatau; und gelegentlich auch andere Vulkane Niederländisch-Indiens. Leiter des Vulkandienstes: Dr. CH. E. STEHN und Dr. NEUMANN VAN PADANG. Weitere Observatorien befinden sich: In Italien: am Vesuv (Prof. JMBO), am Ätna (Prof. PONTE). Auf Hawaii: am Kilauea (Prof. JAGGAR). Auf Kamtschatka: am Kliutschewskoy (Dir.: MENIAILOW). In Japan: am Asama (Dir.: MINAKAMI). Auf Martinique: am Pelée (Prof. ROMER). Neuerdings soll auch in Rabaul (Mandat Neu-Guinea) eine Beobachtungsstation errichtet werden. Rabaul wurde im Mai-Juni 1937 durch die Ausbrüche der Vulkane Raluan und Ghaie schwer mitgenommen. In den zahlreichen anderen Vulkangebieten ist man auf Zeitungsnachrichten und die gelegentlichen Berichte von Reisenden angewiesen. Es ist daher nicht zu vermeiden, daß diese Übersicht lückenhaft bleibt, denn in jenen Gegenden, die einer regelmäßigen Vulkanbeobachtung entbehren, entgehen natürlich zahlreiche besonders leichte Ausbruche der Berichterstattung, was beispielsweise ganz besonders auf Zentral- und Südamerika und Ozeanien zutrifft. In Japan bringt das ,Bulletin of the Volcanological Society of Japan" Berichte über die jeweilige vulkanische Tätigkeit; die gut ausgestattete Zeitschrift ist jedoch nur in japanischer Sprache gedruckt und es wäre wünschenswert, wenn dieselbe mit kurzen Zusammenfassungen in einer abendländischen Sprache versehen würde. Während des Jahres 1937 waren 30 Vulkane eruptiv tätig, jedoch dürfte diese Zahl infolge oben angeführter Gründe keineswegs die Gesamtsumme aller 1937 tatsächlich stattgefundenen Ausbrüche darstellen. Von den 30 bekannt gewordenen Eruptionen waren 18 rein explosiv, 10 explosiv und effusiv und 2 rein effusiv (Mihara und Nyamlagira). Quellkuppenbildungen saurer Magmen sind soweit bekannt, nicht erfolgt. Die Förderungsmenge wird nur in 2 Fällen (während der ganzen Berichtszeit) angegeben: Raluan (Mai-Juni 1937): 7 Mill. m3 und Nyamlagira (Januar-Juni 1938): 100 Mill m3. Weitere bedeutende und förderungsreiche Ausbrüche waren die des Kliutschewskoy im Juli 1937 und des Kareang-Doekono 1937-1938 Opfer an Menschenleben forderte der Raluan-Ausbruch 1937: 424 Tote. ...