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Die cenomanen Grundschotter in Sachsen und ihre Herkunft

Schreiter, R.

Kurzfassung

1. Die basalen Grundschotter, Sande und Kiese, die sich im weiteren Umkreis von Freiberg an den Rändern der Reinhardtsgrimmaer, Dippoldiswalder, Paulsdorfer, Höckendorfer und Grillenburger Heide, sowie ndw. von Freiberg bei Langhennersdorf finden, können nicht als marin-litoral, sondern müssen im Sinne von SCHANDER als ,unregelmäßige Schotterabsätze periodischer Wasserläufe" gedeutet werden. In den Neuauflagen der geologischen Blätter sind die Grundschotter bereits zum limnischfluviatilen Cenoman gestellt worden. 2. Eine regionale Übersicht über das Vorkommen der Grundschotter in Sachsen und über ihre Deutung im früheren Schrifttum wird gegeben. 3. Mengenmäßig im groben Durchschnitt besteht eine Härteauslese. Die Gerölle sind Milchquarz mit mindestens 90%, Kieselschiefer und Hornsteine mit 3-5%. Vereinzelt kommen Gneis- und Diabasgerölle vor. - Die Zählmethode hat nur bedingte Gültigkeit. 4. Ihrer Herkunft nach stammen die Milchquarze aus dem Kristallin, nämlich aus Gneisen und Phylliten, oder älteren paläozoischen Sedimentärformationen. Doch kommt bestimmt auch Gangquarz vor, der z. B. bei Langhennersdorf mit Baryt verwachsen sein kann. 5. Amethyst deutet auf Gänge der Eisen-Mangan-Formation oder auf taube Quarzgänge hin. Aus regionalen Gründen wird in den Schotterbereichen der Reinhardtsgrimmaer, Dippoldiswalder, Paulsdorfer und Höckendorfer Heide der NNW streichende, auf 5,5 km Länge verfolgbare Achat-Amethyst-Gang von Oberschlottwitz bei Glashütte (und seine Paralleltrümer) als Ursprungsbereich für die genannten Schottervorkommen angesehen, wobei Ausläufer bei dem Absatz der Schotter ,angeschnitten" worden sein können. Eine Verallgemeinerung zu ziehen und lediglich den Schlottwitzer Gang oder den Heidelberger Gang bei Seiffen als Ursprungsbereich der in den Schottern vorkommenden. Gerölle anzusehen ist unzulässig, da fast alle Erzgänge der Umgebung von Freiberg, Annaberg, Marienberg, Schneeberg und Schwarzenberg Amethyst enthalten können. Dies gilt auch für die Zinnerzgänge z. B. des Bereiches Geyer-Ehrenfriedersdorf. So gering der Anteil Amethyst im allgemeinen an den Gangarten ist, so bedeutend kann er in den Gängen der Eisen-Manganerzformation und in den tauben Quarzgängen sein. Im Bereiche bei Freiberg führt der Achatgang von Halsbach Amethyst. Im oberen Osterzgebirge sind kürzere Amethyst führende Quarzgänge von Reichstädt, bei Johnsbach und am Hysselsberge an der Talsperre Lehnmühle vertreten. Im südwestlichen Erzgebirge spielen die Amethyst führenden Gänge von Wiesenbad und Warmbad bei Wolkenstein eine Rolle, auf denen die gleichnamigen Thermen ihren Ursprung nehmen. 6. Die Kieselschiefer in den Schottern stammen vorwiegend vom Elbtalschiefergebirge, im Bereich bei Niederschöna-Naundorf, wahrscheinlich aus dem Gebiet von Tharandt-Wilsdruff, im Bereich bei Langhennersdorf ndw. von Freiberg möglicherweise aus der Zwischenzone von Frankenberg-Hainichen. ...