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Altersbestimmung und genetische Stellung strukturzeigender Pflanzen aus dem Oberdevon von Wildenfels in Sachsen

Schüller, Arno

Kurzfassung

In der Literatur über botanische Stammesgeschichte und Systematik wurden in letzter Zeit mehrfach die strukturzeigenden Pflanzen besprochen, die A. SCHÜLLER 1924 in einem Kalkbruch von Grünau bei Wildenfels aufgefunden hatte und deren genaue Altersbestimmung damals aus Mangel an tierischen Fossilien nicht durchgeführt werden konnte. Bis zum Jahre 1930 wurden in allen dort vorhandenen Schichtgliedern zahlreiche Fossilien aufgesammelt. In den pflanzenführenden, grauen Mergeln fanden sich neben anderen pflanzlichen Resten zahlreiche, oft jugendliche Goniatiten, von denen 25 Exemplare bestimmt werden konnten. Die Bestimmungen liegen schon einige Jahre zurück und wurden damals freundlicherweise von Herrn Prof. SCHINDEWOLF nachgeprüft, wofür ich auch hier meinen besten Dank ausspreche. Es liegen folgende Formen vor: Manticoceras spec., Manticoceras varicosum (DREV.) = bickense (WDKD.); Tornoceras cf. simplex (v. B.), Tornoceras lithium und cf. lithium (STEINM.), Tornoceras auris und cf. auris (Qu.), Tornoceras aus subundulatum-Gruppe, cf. undulatum (SDBG.), Tornoceras spec. Die Formen weisen eindeutig auf unteres Oberdevon I Manticoceras-Stufe, vermutlich I | hin. Unter diesen schwarzen Mergelkalken, deren Mächtigkeit durch tektonische Reduktion zwischen 0,4 und 1,2 m schwankt, liegen ca. 10 m graue und rote, Goniatiten und Trilobiten führende Knotenkalke. Über ihnen stehen im gleichen Steinbruch in wenig gestörtem Schichtverband tonreiche Knotenkalke mit zahlreichen Brachiopoden (Atrypa aspera SCHLOTH., Spirifer verneuli MURCH.) an, aus denen ein von SCHINDEWOLF bestimmter Cheiloceras spec. fragl. Imitoceras spec, stammt. ...