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Der Einfluß von Eis und Untergrund auf Gefüge und Formen der Grundmoräne

v. Bülow, Kurd

Kurzfassung

Die ersten fünf Jahrzehnte der Eiszeitforschung in Norddeutschland waren vorherrschend der Klärung der Formen, der Formenentstehung, der Gesetzmäßigkeiten des Auftretens der glazialen Ablagerungen in Zeit und Raum gewidmet. Die Vorstellung von der ,Glazialen Landschaftsserie" PENCK's war Ausdruck und Zusammenfassung dieser Forschungsergebnisse. Zur Regel trat die Ausnahme. Die Fülle der ,Ausnahmen" zu meistern, half die Einführung des Toteises; gelegentlich wurde auch der Untergrund samt seinen Formen und Bewegungen zur Erklärung von auf dem Regelwege nicht deutbaren Erscheinungen herangezogen. Während aber die Toteis-Hypothese sehr bald zum Range einer gut unterbauten Theorie aufstieg, blieben die Erfolge der ,tektonischen" Hilfen geringer, ihre Anwendbarkeit erheblich stärker bestritten. Nebenher lief jederzeit die Berücksichtigung des Aufbaues, der ,inneren Form" der glazialen Sedimente; was sich auf Grund seiner äußeren Form etwa als Endmoräne auswies oder als Os, wurde zufolge seiner petrographisch-physikalischen Zusammensetzung als Auswaschungsrückstand, beziehungsweise als Stauchgebilde oder aber als Absatz in wasserführenden Spalten gedeutet, die offen oder subglazial verlaufen sein konnten. Vor der Grundmoräne machten derartige, ins Innere gehende Klärungsversuche im allgemeinen halt: Bis in neuere Zeit - WOLDTSTEDT 1929 gilt die Grundmoräne als ,blaugrauer sandig-toniger Mergel, in dem regellos verteilt zahlreiche größere und kleinere Blöcke liegen". ...