Original paper

Untersuchungen am tektonischen Gefüge des Tauernwestendes

Sander, Bruno

Kurzfassung

Um das Bild des Baues, der Bewegung und der Beanspruchung für einen Gebirgsteil zu entwerfen, geht die tektonische Forschung am längsten und häufigsten von einer vortektonischen Folge aus, welche entweder als Anlagerungsabfolge oder als horizontierbare metamorphe Fazies mehr oder weniger sicher gestellt ist. Wo dieser Weg zu unsicher ist, die letzte vortektonische Folge schon ein tektonisches Gebilde ist und mit mehrfacher Formung gerechnet werden muß, bleibt für die Untersuchung der allgemeinste Weg ein Bewegungsbild zu erkennen, nämlich es aus den Teilbewegungen zusammenzusetzen. Auf diesem Wege hat die Gefügekunde durch neue Geräte und Verfahren und eine ausgebaute symmetrologische Betrachtungsart die Wahrnehmbarkeit und Definition von flächigen und linearen Parallelgefügen sehr verschärft. Sie hat tektonische Formen durch ihre Teilbewegungen und letztere selbst typisiert, ebenso die Symmetriepläne des Gefüges und seiner Erzeuger und die Lage dieser Pläne gegenüber den Erdkoordinaten, mit welcher die üblichen Vertikalschnitte nicht genügend rechneten. Auch die Überprägung solcher Pläne übereinander ließ sich typisieren. Die Beachtung der zeitlichen Beziehungen zwischen den Deformationen bestimmter Bewegungsbilder und den Kristallisationen bestimmter Metamorphosen ergab eine neue Grundlage für Vergleiche und Unterscheidungen Alles Gesagte gilt grundsätzlich für alle Größenbereiche vom Korngefüge zum Profil und wurde stets so dargestellt, aber gerade in diesem Hauptpunkte und im Punkte der Beziehung kleinerer Bereiche zu größeren nicht so verstanden, meist wohl aus Gründen zu enger Fächerteilungen. ...