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Die Hirtenweberhöhle bei Neukirchen (Sulzbach, Opf.) - Ein Beitrag zur Tierwelt des mittleren Diluviums (Mit einem Beitrag von CRAMER, H. über die geologischen Verhältnisse der Fundstelle.)

Brunner, Georg;

Kurzfassung

Die Fossilreste einer reichen Tierwelt - Groß- und Kleinfauna - aus einer Diluvialepoche vor der Würm-Hauptvereisung, kennzeichnen ein kühles Klima in einem typischen Steppengebiet. Die Ablagerung erfolgte dadurch, daß eine Doline ihren Inhalt bzw. Bodensatz zeitweise in die darunter befindlichen Höhlenräume ergoß und als Niederschlag absetzte. Die Stratigraphie zeigt, daß es auch hier notwendig ist für jene Epoche eine etwas andere Landschaftsgestaltung anzunehmen, als wie sie heute vor uns steht. Bemerkenswert ist die Übereinstimmung der Fauna und der stratigraphischen Situation dieses Fundortes mit der Fundstelle Osterloch b. W. Es gelang mir, Marmota, Alactaga saliens. Megaceros und Rupicapra in diesem Gebiet festzustellen. Der Nachweis von Samen der Zaunrübe Bryonia dioeca JACQ. im mittleren Diluvium dürfte ein. Novum sein. Auch bestätigte sich diese Epoche als ein Zuwanderungszeitpunkt von Dicrostonyx. Das reiche Fossilmaterial gab die Möglichkeit, ein anschauliches Lebensbild jenes Diluvialabschnittes bzw. der betreffenden Lokalität zu entwickeln. Vorliegende Arbeit, auch wenn sie nur eine kurze Diluvialepoche erfaßt, dürfte durch das reiche Fossilmaterial, das ihr zugrundeliegt, doch dazu beitragen, die Entwicklungsgeschichte der Kleinwirbeltiere aufzuhellen, um damit die Kenntnis des Diluviums, der Eiszeit von einer organischen Seite aus, zu ergänzen.