Original paper

Die Italienreise der Deutschen Geologischen Gesellschaft 1939 und einige dabei behandelte Einzelfragen (kontinentaler und ozeanischer Vulkanismus; Bedeutung der Gase; Bewegungsweise und Kleinformen der Lava)

Bernauer, F.

Kurzfassung

Die Reise (mit 30 Teilnehmern) hatte den Zweck, die tätigen Vulkane Italiens kennen zu lernen, letzen Endes um eine Vergleichsmöglichkeit für unsere deutschen Verhältnisse zu geben, bei denen die Deutung wegen der spärlichen Aufschlüsse, des fehlenden Zusammenhanges usw. oft so schwierig ist. Insbesondere sollte die Mechanik der Lavabewegung und ihre Abbildung im Gestein, die damit in Zusammenhang stehenden Kleinformen, sowie die vulkanische Erzbildung zur Anschauung gebracht werden. Das mit diesem Ziele aufgestellte Programm mußte sich viele Änderungen und Abstriche gefallen lassen, die nicht allein durch das - allerdings besonders schlechte - Wetter bedingt waren. Andererseits aber hatten wir auch verschiedene nicht vorhergesehene Lichtpunkte zu verzeichnen, insbesondere förderte der Vesuv Lava, und der Stromboli war sogar in voller Tätigkeit. Ferner durften wir uns der Unterstützung der italienischen Fachgenossenn erfreun. Prof. Dr. IMBO zeigte uns das ihm unterstehende Vesuvobservatorium und führte uns persönlich zum Krater und durch das nicht so granz harmlose Inferno. Prof. Dr. PÖNTE führte uns in seinen beiden Instituten ebenso wie am Ätna und gab durch seine neuen Erfahrungen Anlaß zu ausgedehnten Aussprachen. Wesentlich unterstützt wurden wir auch durch die Herren Prof. Dr. BOSSOLASCO vom Geophysikalischen Institut in Messina, Dr. ABBRUZZESE und FR. SCUTO in Catania und Dr. Motta in Rom. Herr SCHMIDT in Canneto zeigte uns Abbau und Verarbeitung des liparischen Bimssteins. In Catania begrüßte uns der stellvertr. Rektor der Universität und gab uns einen Einblick in die kulturgeschichtlich bedeutsamen Innenräume der berühmten Universität einschl. ihrer Bibliothek. Die Stadtverwaltung von Lipari und der Fascio von St. Vincenzo auf Stromboli emfingen uns ebenfalls sehr freundlich, aber fast am meisten überraschte uns die so unerwartete Begrüßung in Palagonia - nicht nur wegen der besten aller italienischen Orangen, mit denen wir dort neben anderen guten Dingen überschüttet wurden, sondern weil die herzliche Begrüßung hier so spontan war. Schließlich sei auch den deutschen Stellen, insbesondere der DEUTSCHEN FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT gedankt, welche einer Reihe von Teilnehmen finanziell die Möglichkeit zur Teilnahme an der Reise gab. Es erscheint im Folgenden zweckmäßig, den nur für die Teilnehmer (und etwaige Nachfolger) wichtigen Reisebericht in Stichworten vorauszuchicken und das allgemein Wichtige gesondert folgen zu lassen. ...