Original paper

Die biogenetische Bodenauffassung

Stremme, Hermann

Kurzfassung

Einleitung: A. THAER'S Klassifikation der Böden: Man pflegt in Deutschland vielfach die wissenschaftliche Bodenkunde von ALBRECHT THAER (1) zu datieren, der aus der Fülle der volkstümlichen Einteilungsweisen der Böden 2 herausholte und gemeinsam zu seiner wissenschaftlichen Klassifikation erhob. Es sind die petrographische und die praktisch biologische Einteilung, die THAER ZU der folgenden Tabelle zusammenstellte. Die als systematische Benennung bezeichnete petrographische Reihe steht im Einklang mit den 4 Reihen der Analysenzahlen, während die ,gewöhnliche Bonitierungsbenennung" die Hauptrichtung des Wertverhältnisses angibt, innerhalb deren die ,systematischen" Namen eine Art Untergliederung der Wertzahlen bedingen. Die Analysenzahlen stehen bei den 12 besseren Böden direkt in keiner Beziehung zum Wertverhältnis, erst bei den 8 geringeren kann man eine ähnliche Reihenfolge ermitteln. Man sieht, daß die beiden Benennungsarten zwei verschiedene Seiten der Böden erfassen, die zusammen erst das ganze ausmachen. Die Gesamtnamen müßten heißen: humoser toniger starker Weizenboden, humoser sandiger starker Gerstboden, sandiglehmiger Haferboden usw. Von THAER aus sind auf geologischem Gebiet 2 Richtungen zu beobachten, die eine vernachlässigt die biologische Seite und gibt der petrographisch-chemischen einen weitergehenden Ausbau unter Hinzufügen geologischer Methoden, die andere hält die biologische in Anpassung an die Intensivierung der Bodennutzung für das wichtigere und findet neue Beziehungen zur petrographisch-geologischen Kartierung. Ich beschränke mich hier auf solche Arbeitsrichtungen und Werke, welche sich der exakten Arbeitsmethoden der Geologen Profilaufnahme und Kartierung, in erster Linie bedienen. 1. Die geologisch-agronomische Richtung. Durch ALBERT ORTH (2) wurde der petrographisch-chemische Teil von A. THAER'S Einteilung durch die Einführung der geologischen Methoden wesentlich erweitert und in der geologisch-agronomischen Kartierung als bedeutsame geologische Arbeit in die deutsche Wissenschaft eingeführt. Die Erweiterung betraf auch den petrographischen wie den chemischen Teil.