Original paper

Das Bodenkartenwerk der Gemeinde Bippen

Ostendorff, E.

Kurzfassung

Das Bodenkartenwerk der Gemarkung Bippen wurde als erstes in Nordwestdeutschland mit Unterstützung der Wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft zum Studium Niedersachsens durchgeführt, während schon viele solcher Art in Ostdeutschland bestanden. Die Aufnahme wurde im Jahre 1936 begonnen; Ausarbeitung und Zeichnung zögerte sich infolge wichtiger anderer Arbeiten bis zum Jahre 1937/38 hin. Das Originalexemplar erhielt die Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft. Die während des Vortrags ausgestellten Karten wurden erst später bei Gelegenheit vollendet, so daß die Karten erst etwa ein knappes Jahr zur Verfügung stehen. Das ganze Kartenwerk besteht aus 11 Einzelblättern, die die Benutzungs- und Ausnutzungsmöglichkeit des gesamten Grund und Bodens in einzelnen Gruppen getrennt zur Anschauung bringen, ohne Berücksichtigung, ob im Augenblick für jede dieser Nutzungen ein Bedürfnis vorliegt. Das Werk stellt somit eine regelrechte Inventur des ganzen Grund und Bodens dar, auf die man an Hand des Kartenwerkes immer wieder zurückgreifen kann. Die Grundlage des ganzen Werkes bildet in erster Linie die Bodenaufnahme und deren kartenmäßige Ausarbeitung. Die Bodenkarte wird damit zum Ausgang fast aller übrigen kartenmäßigen Auswertungen. Auf die Bodenaufnahme und deren kartenmäßige Darstellung ist deshalb allerwesentlichstes Gewicht gelegt worden. Die Methode der Aufnahme und Darstellung ist deshalb so, daß alles, was am Boden wesentlich ist, in seinen Einzelheiten so erfaßt und dargestellt wird, daß man ihn auf der Karte in seinem ganzen Wesen auf Schritt und Tritt verfolgen und wiedererkennen kann, und ihn nicht unter irgend ein nichts oder wenig sagendes Schlagwort mit all' seinen Einzelheiten einfach begräbt. Die hier angewandte Methode der wesensmäßigen Bodenauffassung wurde allmählich unter der STREMME'schen Idee in Danzig entwickelt und in der so darliegenden Form mehr und mehr gefestigt. STREMME ging im Gegensatz zu den meisten anderen, alten und auch neuen Methoden nicht davon aus, das vorgefundene Bodenprodukt möglichst genau und gerecht zu definieren und zu erklären - was ja immer sehr schwierig ist und zu Fehlschlüssen führen kann - sondern er ging davon aus, welche Ursachen diese oder jene Art von Bodenbildung bedingen. ...