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Böden, Anbau, Rohertrag und Bodenwert in Südniedersachsen

Sellke, Max

Kurzfassung

Die dem Vortrage zu Grunde liegenden Arbeiten wurden bereits vor einer Reihe von Jahren fertiggestellt. Die damalige Kartierung Niedersachsens seitens des Mineralogisch-geologischen Instituts der Technischen Hochschule Danzig unter Leitung von Prof. Dr. STREMME war ein erster Versuch der Einbeziehung der morphologisch-genetischen Bodentypen STREMME's in die darzustellenden Gegenstände auf Bodenkarten mittleren Maßstabes, der dann zu mancherlei weiteren Unternehmungen in dieser Richtung Anregung gab. Auftraggeberin war die Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft zum Studium Niedersachsens. Inspirator und Berater der Arbeit Prof. Dr. BRÜNING, jetzt Landesplaner in Hannover, der alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel zur Förderung des Werkes einsetzte. Besondere Sorgfalt wurde der Klassifikation der Böden gewidmet. Größeres Interesse verdient auch heute noch ein Versuch, die großregionale, genetische Einteilung nach den hauptsächlichen Pflanzenvereinen (Steppe, Wald, Heide) weiter zu treiben und die einzelnen Bodentypen und Untertypen mit den Pflanzenassoziationen und Subassoziationen in Übereinstimmung zu bringen. Ein Gelingen dieses Planes, der in Zusammenarbeit mit Herrn Dr. TÜXEN von der Provinzialstelle für Naturdenkmalspflege in Hannover in Angriff genommen wurde, hätte die Möglichkeit geboten, die systamtischen Grundlagen der Bodenkunde und der Pflanzensoziologie weitgehend zu vereinigen, und die leichte Identifizierbarkeit und die indikatorischen Eigenschaften der Pflanzenwelt in weit stärkerem Maße als bisher der Bodenforschung zunutze zu machen. Es zeigte sich jedoch, daß die Pflanzengesellschaften zwar bis zu einem gewissen Grade mit den Bodentypen konform gehen, aber es fanden sich auch durchaus verschiedene Profile unter gleichen Spektren. Beispielsweise waren unter regionalen Assoziationen nicht nur regionale Bodentypen, sondern auch entwässerte Naßböden anzutreffen, so daß eine Identifizierung von Pflanzengesellschaft und Bodentyp nicht möglich war. Es muß dabei zunächst dahingestellt bleiben, ob die Ursache für das negative Ergebnis der Untersuchungen in einer Differenz im zeitlichen Ablauf der Entwicklung von Pflanzengesellschaft und Boden bzw. in einem Mangel an Stenotopen zu suchen ist, oder ob auch bei den Inseln der natürlichen Assoziationen irgendwelche nicht gleich erkennbare Kultureinflüsse vorhanden sind und zu Irrtümern bei der Analyse führen. ...