Original paper

Reichsbodenschätzung und Bodenkunde

Görz, G.; Hock, A.

Kurzfassung

In Heft 6/1937 dieser Zeitschrift befaßt sich H. STREMME in einer Abhandlung über ,Die geologische und bodenkundliche Landesaufnahme der Freien Stadt Danzig" auch mit dem Vorgehen des Reichsfinanzministeriums bei der Durchführung der Bodenschätzung. Dabei wird dieses Verfahren einer Kritik unterzogen, die beim Leser zu einer nicht zutreffenden Vorstellung über diese Dinge führen kann. Um zu verhindern, daß diese Ausführungen STREMME'S in den Kreisen, die sich mit Bodenkartierimg und Bodenbewertung beschäftigen, zu falschen Schlußfolgerungen führen können, sei folgendes festgestellt: STREMME will mit seinen Darlegungen zeigen, daß gegenüber seinen Arbeiten für Bonitierung und Steuerzwecke in der Freien Stadt Danzig das Verfahren des Reichsfinanzministeriums ,nicht wissenschaftlich" und ,unproblematisch" im Aufbau sei. Dies wird aber nicht näher zu begründen versucht, sondern mit ein paar allgemeinen Bemerkungen abgetan. Das Vorgehen der Reichsfinanzverwaltung bei der Durchführung der Reichsbodenschätzung baut sich organisch auf den seit über einem Jahrzehnt vor Beginn der Bodenschätzungsarbeiten gemachten reichen Erfahrungen auf dem Gebiete der Einheitsbewertung vor allem auch nach der bodenkundlichen Seite hin auf. Dabei wurden die Ergebnisse und Fortschritte in der wissenschaftlichen und praktischen Bodenkunde, soweit diese als geeignet und für den Zweck der vorliegenden Aufgaben als brauchbar erschienen, berücksichtigt. Immer aber stand die durch das Bodenschätzungsgesetz klar vorgezeichnete Zielsetzung bei der Festlegung des methodischen Weges im Vordergrund. Aufgabe der Reichsbodenschätzung ist es, eine einheitliche und eingehende bodenkundliche Aufnahme auf kleinstem Raum für das ganze Reich durchzuführen und ferner sämtliche natürliche Ertragsfaktoren wertmäßig zu erfassen und einheitlich in Form von Verhältniszahlen zueinander in Beziehung zu bringen. Es wird somit erstmals eine umfassende, einheitliche Bodeninventur geschaffen, die für die Erstellung von Spezialkarten 1:5000 wie vor allem auch für die Bodenübersichtskarten z. B. 1:25 000 usw. die beste Grundlage abgibt. Die Arbeiten der Bodenschätzung sollen neben steuerlichen Zwecken vor allem auch die Grundlage für eine planvolle Gestaltung der Bodennutzung bilden; somit werden die Ergebnisse für Planungsmaßnahmen aller Art, besonders für die Fragen der Ernährung, der Siedlung und der Raumordnung, nutzbringend verwertet werden können. ...