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Kulturtechnische Raumplanung auf bodenkundlicher Grundlage.

Müller, R.

Kurzfassung

Die Bevölkerungsvermehrung und Industrialisierung eines Landes führt in gleichem Maße zu einem gesteigerten Verbrauch der Nahrungsmittel. Dieser gesteigerte Bedarf kann entweder durch verstärkte landwirtschaftliche Produktionssteigerung, oder durch verstärkte Einfuhr gedeckt werden. Die Möglichkeit zu ersterem gibt der Einsatz der kulturtechnischen Wissenschaft. Die Erzielung dauernder Ertragssteigerungen des deutschen Volksbodens setzt die genaue Kenntnis über Entstehung und Zustand des Bodens voraus, damit die technische Beeinflussung durch die Regelung des Wasserhaushaltes, Humuswirtschaft usw. planmäßig angesetzt werden kann. Über diese Forderung gibt die biogenetische Bodenbetrachtung klare Auskunft und wird damit zu einer wichtigen Grundlage der Bodenverbesserungsmaßnahmen. Die genetisch morphologische Bodenbetrachtung, welche in Deutschland besonders von Prof. Dr. H. STREMME, Danzig, und seinen Schülern weiter entwickelt wurde, ist erst vollständig, wenn ihre Ergebnisse kartographisch niedergelegt werden. Damit ist die Möglichkeit zum planmäßigen Vorgehen gegeben, denn eine solche Karte gibt dem geschulten Leser Einblick über die Dynamik und den inneren Aufbau einer Gemeindeflur oder Landschaft. ...