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Geologie der Alpenrandzone zwischen Isar und Leitzach in Oberbayern

Richter, Max ; Custodis, A. ; Niedermayer, J. ; Schmidt-Thomé, P.

Kurzfassung

Es wurde die Alpenrandzone zwischen Isar und Leitzach von der Molasse bis in die Kalkalpen untersucht und 1:25 000 aufgenommen. In der helvetischen Zone und im Flysch konnte die weiter im Westen entwickelte und übliche Gliederung angewandt werden. Im Helvetikum wurden als Tiefstes die Drusbergschichten erkannt (Barrême), nach oben reicht die Schichtenfolge bis in das Mitteleozän. Der Flysch ist tektonisch einheitlich und reicht von den Tristelschichten (Neokom) bis in das Untereozän, das z. B. am Schliersberg neu aufgefunden wurde. Es entspricht den Unternoggschichten des Westens bzw. dem Greifensteiner Sandstein des Ostens, zu derselben Schichtserie gehören auch die bekannten Dürnbachbrekzien. Der Rand der kalkalpinen Zone ist weit verwickelter aufgebaut als bisher bekannt war. Besonders Neokom und Cenoman haben weite Verbreitung, daneben zeigen mittlerer und oberer Jura besondere Fazies. Die bisher für Oberjura gehaltenen Konglomerate gehören teils dem Neokom, teils dem Cenoman an. Neu entdeckt wurde ein Fetzen von Buntsandstein. Die Tektonik der Randzone konnte durch die Kartenaufnahme völlig geklärt werden, es stellte sich dabei u.a. heraus, daß die Erdöllagerstätte von Tegernsee an eine kräftige quere Flexur gebunden ist. Das Öl selbst tritt sowohl im Flysch wie auch im Helvetikum sekundär auf, seine Herkunft aus der Molasse kann als sicher angenommen werden.