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Der Innerdinarische Trog im Profil von Sarajewo

Pilger, Andreas

Kurzfassung

1. Stratigraphischer Teil. Westlich von Sarajewo besteht in der Trias ein Hochgebiet (Narenta-Schwelle), an dessen Rande sich küstennahe Bildungen des Skyth und Anis entwickeln. Im Süden und Südosten dieser Schwelle liegt vor der Küste eine Riffzone, die aus mehr als 2000 m mächtigen Dolomiten besteht. Diese gehen aus dem Skyth hervor. Sie wechsellagern mit Kalken der Mittleren Trias und vertreten daher Muschelkalk und vielleicht noch höhere Teile der Trias. Weiter entfernt von der Küste legt sich vor die Dolomitriffzone eine Kalkriffzone. Über roten Wertener Schichten folgen mehr als 1300 m oft riffartige Kalke, die Anis bis Rät enthalten. An der Ostseite der Schwelle bildet sich eine Senke, in die mächtige flyschartige Sedimente sedimentiert werden. Durch Fossilführung und Übergänge in andere Triasfazies ist Skyth bis Nor in dieser Fazies festgelegt. An der Ostseite dieser Senke trennt eine Barre mit geringmächtiger Trias den ,Flysch" von anderen Triasbildungen ab. - Die Kalkriff-Fazies der Trias geht nach Süden und Osten in eine mehr kalkig-mergelige Ausbildung über, im Ladin erscheinen Silex-Kalke mit Mergeln. Der küstenfernere Charakter der Triasbildungen nimmt nach Osten zu. Die Kalke werden dünnbankiger und geringer mächtig, Mergellagen nehmen zu. Zuerst im Ladin stellen sich dann Hornsteine, Mergel, tuffitische Sandsteine und Grüne Gesteine ein. Schließlich geht die kalkig-mergelige Trias wechsellagernd in eine sehr mächtige Folge von tuffitischen Sandsteinen, Mergeln, Hornsteinen über, in die sich große Massen Grüner Gesteine einschalten. Auch die flyschähnliche Triasfazies geht in diese Bildungen über. Die Tuffit-Hornstein-Serie umfaßt hier Muschelkalk, wahrscheinlich auch Skyth und wohl einen Teil des Karn. Oben wird die Folge durch zoogene Kalke der höheren Trias abgeschlossen. Lias ist nicht mehr vorhanden. - Die Folge der mächtigen Tuffit-Hornstein-Serie mit Grünen Gesteinen repräsentiert den eigentlichen Innerdinarischen Trog. 2. Tektonischer Teil. Die Faltung geht in den Kalken in meist steilen Schuppen gegen Südwesten. Nur in Verbindung mit Mergeln oder Schiefern kommt es zu flachen Überschiebungen. Charakteristisch ist eine disharmonische Faltung, bei der die höheren triadischen Kalke oft flach und in sich gestört den isoklinal verfalteten Tuffit-Hornstein-Schichten aufliegen. - Im Trog herrscht starke Faltung. Sie verklingt jedoch entsprechend der Wandlung der Fazies in Riffkalke und Riffdolomite. An der Narenta-Schwelle liegen die mächtigen Dolomitpakete flach. Die Hauptfaltung der Inneren Dinariden bei Sarajewo fand in der austrischen, eine starke Nachfaltung in der pyrenäischen Phase statt.