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Übersicht über die vulkanische Tätigkeit (vom April bis Dezember 1938)

Hantke, Gustav

Kurzfassung

Die vulkanische Tätigkeit während des Jahres 1938 war, aus den vorliegenden Nachrichten zu schließen, etwas schwächer als im Laufe des Jahres 1937, welch letztere, einschließlich des 1. Quartals 1938, bereits an dieser Stelle (Bd. 91, Heft 2, S. 160-168) besprochen wurde. Inzwischen sind Verf. noch einige Daten vulkanischer Ereignisse in Chile 1937 zugegangen. Die betreffenden Tätigkeitszentren sind, ihrer geographischen Lage entsprechend, in die folgende Übersicht eingeordnet. Die Gesamtzahl der tätigen Vulkane war, soweit bekannt, während 1937: 37, während 1938: 33. Das größte vulkanische Ereignis 1938 war der das ganze Jahr hindurch anhaltende Lavaausbruch des Nyamlagira in Zentralafrika. Dr. JEAN VERHOOGEN gab im Juni bereits eine Förderungsmenge von 100 Mill. m3 an. Weiterhin sind noch als bedeutende Ereignisse zu nennen: Die Tätigkeit des Kareang (Halmaheira): Explosivausbrüche, Aufbau eines Kegels, ausgedehnte Lavaergüsse; und der explosive und effusive Paroxysmus des Mayon (Luzon) im Juni. Schätzungen über die Förderungsquantität dieser oder anderer Ausbrüche liegen nicht vor. 1938 waren 23 Vulkane rein explosiv, 6 explosiv und effusiv und 4 vorwiegend effusiv tätig. Verlust an Menschenleben infolge vulkanischer Tätigkeit ist noch für 1937 berichtet: Llaima (Februar 1937): 3 Tote; 1938: Mayon (Juni): 1 Toter. Die Ereignisse auf der Antilleninsel Santa Lucia im November 1938 (200 Tote durch Erdrutsch) sind nicht mit Sicherheit vulkanischer Ursache gewesen. Amerika Die im August und September 1938 in der Presse mit vielen Einzelheiten gebrachte Nachricht von der Tätigkeit des Vulkans ,Diente Blanco" in der Fonsecabay erwies sich als nicht zutreffend. Dagegen wurde im Sommer 1938 westlich der californischen Küste bei ozeanographischen Vermessungsarbeiten ein submariner Höhenzug untersucht, in welchem man zufolge der aus der Tiefe heraufgeholten Gesteinsproben mit Sicherheit drei Vulkane feststellte. Nach Professor W. F. SHEPARD ist einer der Vulkane, der 3000 m Eigenhöhe und zwei Krater besitzt, noch tätig, er liegt 150 Ml. südwestlich von Catalina (22). Santa Maria Der Vulkan Santa Maria (3768 m) in Guatemala, dessen seitliche Quellkuppe Santiago sich seit ihrer 1922 erfolgten Bildung in noch fortdauerndem Aufstau befindet, wurde im Dezember 1938 von Herrn Prof. F. TERMER-Hamburg besucht. Die Kuppe entquillt dem 1902 aus der Südflanke des Vulkans ausgesprengten 1300X900 m großen Explosionskrater, der nun von der zähflüssigen Lava nahezu ausgefüllt ist. ...