Original paper

Beobachtungen im Bereich des Staukegels Santiago des Vulkans Santa Maria in Guatemala

Termer, Franz

Kurzfassung

Der folgende kurze Bericht enthält einige Beobachtungen in dem südlichen Vorgelände des durch seine gelegentlichen Glutwolkenaustritte bekannt gewordenen Staukegels des Vulkans Santa Maria in Westguatemala. Nachdem ich Gelegenheit gehabt hatte, während meines Aufenthaltes in der Republik Guatemala von 1925-1929 mehrfach den Staukegel zu beobachten, meist gemeinsam mit Herrn G. HURTER aus Quezaltenango, war nach dem Verlassen des Landes im November 1929 ein schwerer Glutwolkenaustritt erfolgt, der weiter als sonst in das südliche Vorgelände vorgedrungen war und Verluste an Menschenleben sowie die Verwüstung des Plantagengeländes zur Folge gehabt hatte. Hierüber ist von KARL SAPPER und mir in der ,Zeitschrift für Vulkanologie", Bd. XIII, 1930, S. 73-101, auf Grund uns zugegangener Berichte von Augenzeugen und kurz danach im Ausbruchsgebiet verweilender Besucher berichtet worden. Als ich nach 10 Jahren in den Wintermonaten 1938-1939 dank der Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft abermals zu Studienzwecken Guatemala aufsuchen durfte, war es meine Absicht, trotz anderweitiger Arbeiten dennoch einen kurzen Besuch dem alten Ausbruchsgelände zu widmen. Es fügte sich, daß ich Ende 1938 mich im Küstengebiet des westlichen Guatemala aufhielt und am 29.-30. Dezember 1938 dieses Gebiet streifen konnte. Zum Verständnis der folgenden Bemerkungen ist es notwendig den angeführten Bericht zur Hand zu nehmen und besonders die Kartenskizze auf S. 85 sowie die Tafeln XXVII, Abb. 1, XXIX, Abb. 1 u. 2, XXX, Abb. 1 und 2, und XXV, Abb. 2, zu betrachten. Der Ausgangspunkt meines Ausfluges war die Finca (Plantage) ,El Faro" des Herrn HERMANN TÖPKE, die in 870 m Meereshöhe auf einem der zahlreichen Bergsporne liegt, die sich zwischen tiefen Schluchten in alten Ausbruchsmassen nach Süden gegen die pazifische Ebene erstrecken. Dicht westlich der Finca strömt der Rio Nimà I, in den etwas oberhalb ein Seitenbach, der Rio Cangrejo, mündet. Die Täler der beiden Gewässer sind oberhalb der Plantage tief eingesenkte schmale Schluchten, die in alten Lockermassen angelegt sind. Alles ist mit dichtem Regenwald bedeckt, in dessen Bodendecke an Geländeausbissen dünne Lagen heller Bimssande und verlehmter Aschen vom Ausbruch des Jahres 1902 erkennbar sind. Etwa 20 Min. von El Faro entfernt tritt auf der schmalen Talsohle des Nima I ein Säuerling zutage, in dem ständig kleine Gasblasen aufperlen. Die Temperatur des Wassers., das ein beliebtes Tafelgetränk auf der Finca ist, fand sich normal. In der Quelle befanden sich einige kleine schwarze Käfer, um sie herum wucherte eine üppige Vegetation. Im Bett des Rio Cangrejo, dessen Wasser ebenfalls einen leicht säuerlichen Geschmack besitzt, sind dagegen Absätze von Kalksinter zu beobachten, der Gerölle und organische Bestandteile wie Blätter und Zweige als dünnes Häutchen überzieht. ...