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Bemerkungen betreffend die ,sardische" Faltung und den Ausdruck ,ophiolithisch".

Stille, Hans

Kurzfassung

1. Den Darlegungen des Herrn BEDERKE, daß wir mit der früher von mir gegebenen Einteilung der kaledonischen Faltung in die altkaledonische (takonische) und die jungkaledonische nicht auskommen, sondern daß auch schon vor dem Ordoviz Gebirgsbildungen eingetreten waren, ist durchaus zuzustimmen. Ich habe schon 1924 (Grundfr. d. vergl. Tektonik) darauf hingewiesen, daß CH. SCHUCHERT in den alten Faltungszonen des östlichen Nordamerikas, und zwar in Vermont, bezugnehmend auf Untersuchungen von A. KEITH von einer ,Green Mountain-Disturbance" gesprochen hatte, die sich am Ende des Kambriums ereignet hat und erkennbar ist im Fehlen des tiefsten Ordoviz im Bereich der Neu-Braunschweig-Geantiklinale und in mächtigen Geröllmassen, die in Nachbargebieten an der Basis des Ordoviz liegen und Gesteine des Unteren und Oberen Kambriums enthalten. Aber der Beweis, daß hierin ein orogener und nicht nur ein epirogener Akt angedeutet liege, schien mir 1924 noch nicht geführt zu sein, und so meinte ich damals, daß wie die Gesamtzeit des Kambriums so auch die Grenzzeit gegen das Ordoviz einstweilen noch als anorogen gelten dürfe. Seitdem haben sich aber klare Beispiele einer echten und im Einzelfalle sogar beträchtlichen Diskordanz zwischen Kambrium und Ordoviz ergeben. ...