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Die jährliche Klimakurve des mitteldeutschen Eozäns.

Voigt, E.

Kurzfassung

Das Eozän gilt für Mitteleuropa mit Recht als wärmster Zeitabschnitt des Tertiärs. Die Halle'schen Ausgrabungen in der Braunkohle des Geiseltales haben weiterhin eine Fülle neuen klimatologisch auswertbaren Materiales ergeben, das uns nunmehr auch über den jahreszeitlichen Klimaablauf des Mitteleozäns Aufschluß gibt. Die von WEIGELT zuerst vertretene Anschauung eines subtropischen Wechseltlimas mit Regen- und Trockenzeiten hat sich nicht nur bestätigt, sondern es konnte darüber hinaus sogar der Wechsel zweier aufeinanderfolgender ungleicher Regen- und Trockenzeiten wahrscheinlich gemacht werden. Die Aufeinanderfolge: Große Regenzeit - große Trockenzeit - kleine Regenzeit - kleine Trockenzeit ergibt sich aus dem doppelten Wachstumsrhythmus an Fischotolithen, Krokodil- und Säugerzähnen, gelegentlichen doppelten Jahresringen an Hölzern und einer oft sehr deutlich ausgeprägten doppelten Jahresschichtung in subaquatisch gebildeter Kohle auf Gr. Cecilie und Gr. Leuna. ...