Original paper

Theoretische und experimentelle Untersuchungen über die Entstehung der Schieferung und ihr Verhältnis zur Faltung.

Kienow, S.

Kurzfassung

Die bisherigen Schieferungstheorien setzten voraus, daß das Ausgangsmaterial geschieferter Gesteine als homogen und isotrop, also als ungeschichtet angesehen werden kann. In der Natur sind jedoch vielfach gerade gut geschichtete Gesteine (zu denen vor allem die Tone gehören) geschiefert. Es muß daher versucht werden, den möglichen Einfluß der Schichtung bei der Entstehung der Schieferung in geeigneter Weise zu berücksichtigen. Wenn geschichtete Gesteine durch Druckkräfte parallel den Schichtflächen beansprucht werden, ist zu erwarten, daß zunächst Falten entstehen, deren Wellenlänge von der Schichtmächtigkeit und den elastischen Eigenschaften der betroffenen Gesteine abhängt. Es kann nun gezeigt werden, daß bei kongruenter Faltung eines aus zahlreichen geringmächtigen Einzelbänken bestehenden Schichtpaketes auf den Faltenschenkeln Schubspannungen entstehen, welche bei entsprechend starker äußerer Beanspruchung zur Bildung von Scherflächen parallel den Faltenachsenebenen Anlaß geben müssen. ...