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Ein neuartiger Amphibienrest (? Microbrachis) aus dem saarländischen Rotliegenden

Schröder, Eckart

Kurzfassung

Das Rotliegende des Saar-Nahebeckens erweist sich mehr und mehr als eines der wichtigsten Fundgebiete permischer Stegocephalen. Seine Hauptbedeutung liegt darin, daß hier Amphibien nicht nur in einem einzelnen Fossilhorizont, sondern in sehr verschiedenem stratigraphischen Niveau angetroffen werden, so daß, wenn überhaupt, dann gerade in dem geschlossenen Sedimentations- und Lebensraum der Saarpfälzer Senke einmal eine biostratigraphische Auswertung der Stegocephalenfunde möglich sein wird. Schon jetzt geben sich in der vertikalen Verbreitung der einzelnen Gattungen und Arten, - auch bei gleichartigen faziellen Verhältnissen - deutliche Unterschiede zu erkennen. Fast alle bisher aufgefundenen Stegocephalen gehören einerseits der Familie der Branchiosauriden, andererseits den Archegosauriden bzw. der eng benachbarten Familie der Actinodontiden an. Branchiosaurus selbst, auch sonst als langlebige Form bekannt, kommt offenbar im ganzen Unterinliegenden vor. In größerer Zahl hat er sich neuerdings bei St. Wendel im mittleren Teil der Kuseler Schichten gefunden. Von Fundstellen in den jüngsten Kuseler Schichten (Hoofer Stufe) ist besonders Odernheim durch die eingehenden Untersuchungen von BULMAN & WHITTARD (1926) bekannt geworden. Auch in den Lebacher Schichten, wo auffallenderweise Branchiosaurus noch nicht festgestellt war, konnten bei der geologischen Neuaufnahme des Blattes Lebach kürzlich einige Jugendexemplare aufgefunden werden. Erst an der Wende Kuseler-Lebacher Schichten gesellen sich andere Branchiosauriden hinzu, vor allem Pelosaurus, dessen Lebensdauer noch bis ins Oberrotliegende hinaufreicht (REIS 1912). Von den größeren, rachitomen Formen finden sich Sclerocephalus und Actinodon fast ausschließlich in den Kuseler Schichten, während der typische Archegosaurus (Archegosaurus decheni) wohl ganz auf die Lebacher Stufe beschränkt ist. Die Hauptentwicklung der Actinodontiden dürfte, worauf zahlreiche neue Funde bei St. Wendel hinweisen, in die mittleren Kuseler Schichten fallen. Gänzlich aus dem Rahmen dieser bisherigen Stegocephalenfunde des Saarbeckens fällt ein Fossilrest, der sich in der Rotliegendsammlung des Geologischen Landesmuseums zu Berlin vorfand. Nach den beigefügten Etiketten wurde er von H. GREBE bereits in den 70er Jahren bei Werschweiler südöstlich St. Wendel, in den Unteren Kuseler Schichten aufgesammelt. ...