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Ophiuren-Vorkommen im Muschelkalk Deutschlands

Kutscher, Fritz

Kurzfassung

Zusammenfassung. Bei der Zusammenstellung der deutschen Muschelkalk-Ophiuren wurde das Hauptaugenmerk auf die Art der Überlieferung gerichtet und vornehmlich die Verhältnisse betrachtet, die sich zwischen dem Absterben und der endgültigen Einbettung der Tiere abspielten. Zunächst wurden 2 interessante Ophiurenvorkommen aus der Umgebung von Jena näher beschrieben, und zwar Aspidura ludeni VON HAGENOW vom Heiligenberg und Ophioderma squamosa E. PICARD von der Viehtreibe bei Zwätzen. Dann wurde ein Überblick über einige Ophiurenfunde im übrigen Muschelkalk Deutschlands angeschlossen. Nach einer kurzen Bemerkung über Fossilisationsvorgänge bei Ophiuren wurden die übrigen Beispiele in folgender Gruppierung herausgestellt: Massenvorkommen von meist gut erhaltenen Ophiuren, Ophiurenbrekzien und Ophiurenvorkommen in Fossilfallen. Stellung genommen wurde auch zum Leitwert der Ophiuren. Die Ophiuren sind vagile Benthosbewohner des Flachmeeres, was durch Beispiele aus der geologischen Vergangenheit belegt wurde. Aus eigener Kraft nehmen die Ophiuren nur geringe Ortsveränderungen vor. Die dynamischen Verhältnisse des Wassers in einem Flachmeere jedoch sorgen für eine erweiterte Verbreitung über die eigentlichen Lebensräume der Tiere hinaus. Regelmäßige Strömungen, das Flutwasser oder auch durch Sturm bewegtes Wasser bringen die abgestorbenen oder auch die lebenden Tiere selbst vom Lebensort weg. Die uns überlieferten Ophiurenvorkommen sind in den meisten Fällen durch die postmortale und katastrophenartige Verfrachtung zustande gekommen. Der Aufzählung der Ophiuren des Muschelkalkes folgen noch Bemerkungen und Literaturangaben über die einzelnen Arten selbst. Es konnten Angaben über die artliche Abgrenzung einzelner Formen gegeben werden. Neu beschrieben wurde die Bauchseite von Aspidura ludeni VON HAGENOW.