Original paper

Zur tektonischen Leistung von Aufwölbungen

Wölk, Ernst

Kurzfassung

Zusammenfassung. Zur Lösung des Problems der Grabenbildung hat CLOOS (1939) angenommen daß die großen irdischen Gräben durch ein Gewölbestadium hindurchgingen. Die auf der Außenseite eines Gewölbes (Beule oder Tumor) auftretenden Dehnungen genügen auf Grund seiner Experimente und der Berechnungen von FR. REHBOCK, um den von den Gräben geforderten Ausweitungsbetrag zu liefern. Maßgeblich ist nach ihnen die sogenannte ,Plattendicke" d.h. die Dicke der aufgewölbten Kruste: Bei gleicher ursprünglicher Schollenlänge und Aufwölbungshöhe wächst der Ausweitungsbetrag mit wachsender Krustendicke (vgl. Abb. 3). Berechnungen von WÖLK (1939 b) zeigten im Gegenteil, daß der durch eine Aufwölbung gelieferte Zerrungsbetrag viel zu gering ist, um den tektonischen Verhältnissen der großen Gräben gerecht zu werden. Auf Grund seiner Berechnungen hat die Plattendicke keinen Einfluß auf den Ausweitungsbetrag (vgl. Abb. 5). Dieser ist vielmehr allein abhängig von der Länge der Scholle vor der Aufwölbung und der Gewölbehöhe. Durch die Hinzuziehung der Ergebnisse der Festigkeitslehre über die Biegung ließ sich der Mechanismus der Aufwölbung mit der resultierenden Ausweitung und Verschiebung der Gewölbeenden aufzeigen und erklären (vgl. Abb. 6 und 7). Dadurch wurde auch deutlich, daß bei Körpern mit freien Enden in der Tat die Ausweitung der konvexen Oberfläche von der Plattendicke abhängig ist. Diese vereinfachende Rechnungsgrundlage darf m. E. aber nicht ohne weiteres auf die Natur übertragen werden, denn dort handelt es sich um Körper mit eingespannten Enden. Bei diesen ist entsprechend WÖLK (1939 b) bei einer Aufwölbung die Plattendicke ohne Einfluß (Abb. 5). In Konsequenz der Verschiebungen an den Enden von Körpern mit freien Enden (nach CLOOS 1939) müßten die Nachbarschollen der Gewölbe eine nicht unbeträchtliche Einengung erfahren haben, die beim Oberrheintalgraben gering gerechnet an den Ost- und Westenden je 900 Meter betrug