Original paper

Wissenschaftliche Sitzung der Gesellschaft Berlin, den 10. Januar 1940. Überblick über die heutige Kenntnis des oberschlesischen Steinkohlenbeckens.

Niemczyk, O.

Kurzfassung

Die stratigraphische Gliederung und Einstufung des oberschlesischen Karbons in den allgemeinen Rahmen der Schichtengruppen des Oberkarbons war durch die Arbeiten von GAEBLER, MICHAEL, GOTHAN und PETRASCHECK schon vor dem Weltkrieg 1914-1918 weitgehend gefördert worden. Dagegen konnte eine befriedigende Entzifferung des tektonischen Bildes im westlichen und nördlichen Beckenteil erst viel später erfolgen. BRANDENBERG hat im Jahre 1918 im Rybniker Gebiet und NIEMCZYK im Jahre 1929 bei Gleiwitz die Fortsetzung der im Mährisch-Ostrauer Bezirk bereits früher von PETRASCHECK beschriebenen, stark gestörten Sattelzonen (Orlauer und Michalkowitzer Störung) nachgewiesen. BEDERKE erkannte 1930, daß der ostsudetische Faltenbogen vom Eulengneisblock aus allmählich in das polnische Mittelgebirge führt und dort in die ältere kaledonische Faltenrichtung einbiegt. Diese variszische Schlinge schnürte die Sedimentation des oberschlesischen Karbonbeckens nach Norden hin ab, so daß ein Zusammenhang des oberschlesischen und westdeutschen Karbons, auch im tieferen Untergrunde, nicht gegeben ist.