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Sediment- und Bodenkartierung als Vorarbeit zur Landgewinnung am Frischen Half (Vortrag, gehalten auf der Tagung in Osnabrück am 18.5.1939.)

Herrgeist, Fritz

Kurzfassung

A. Notwendigkeit der Landgewinnung am Frischen Haff 1. Die natürliche Anlandung der östlichen Weichselmündungsarme bis 1915. Die Weichsel hat in ihrem untersten Lauf und dem davor aufgeschütteten Delta infolge des verhältnismäßig geringen Gefälles im Strommündungsgebiet, eine große Zahl von größeren und kleineren Wasserrinnen und Mündungsarmen entwickelt. Mehrere Hauptmündungsarme eines Stromes nebeneinander ergeben aber recht schwierige Verhältnisse bei der Abführung der gefährlichen Frühjahrshochwässer, weil man nicht weiß, in welchem Arm die Eisversetzungen auftreten werden. Vor allem aus diesem Grunde hat man noch vor Abtrennung vom Reich eine umfassende Flußregelung im gesamten Mündungsgebiet der Weichsel durchgeführt und die Weichsel allein für die Abführung der Höchstwassermengen geeignet gemacht. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde 1915 der Nogatarm, welcher bis zu 1/3 des Weichselabflusses aufnahm und durch das Frische Haff und das Seetief bei Pillau abführte, durch Absperrbauwerke (Damm, Schleuse, Siel) bei Weißenberg an der Montauer Spitze von der Weichsel abgeschnürt und damit stromlos gemacht.