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Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Berlin am 21. Februar 1940 - Der Veredlungszustand der Sudetenländischen Braunkohlen als Folge vulkanischer Durchwärmung.

Jurasky, K.

Kurzfassung

Die Braunkohlen der großen sudetenländischen Lagerstätte liegen in einem Zustand vor, der von dem der als gleichaltrig betrachteten Altreichs-Vorkommen durchaus verschieden ist. Schon die allgemein verbreitete ,gewöhnliche Mattbraunkohle" des Sudetenlandes zeigt sich zu weit edlerer Beschaffenheit veredelt; überdies bergen einzelne, räumlich z. T. recht ansehnliche Sonderbezirke eine noch weit über diese Unterstufe fortgeschrittene Rangfolge der Umbildung bis zu höchstwertigen Glanzbraunkohlen. Im Schrifttum vererbt sich die Auffassung, daß dieser Zustand eine Folge von Faltungsdruck sei, der sich stellenweise mit Belastungsdruck zu erhöhter Wirkung summierte. Für eine solche Annahme fehlen indessen bei näherem Zusehen nahezu alle Voraussetzungen. Da die flözführenden Tertiärbecken sich in den Rahmen einer Landschaft fügen, die zu den großartigsten tertiären Vulkangebieten Europas zählt, ist es von Anfang an wahrscheinlicher, daß im Sudetenland langandauernde vulkanische Durchwärmung die Veredlung einer ganzen Lagerstätte in großräumigem Ausmaß erzielt hat. Tatsächlich lassen sich in den Kohlen Beweise einer derartigen Hitzebeanspruchung festsellen. Harzkörnchen von ursprünglicher Kugelgestalt zeigen eine ausgesprochen thermische Korrosion ihrer Formen; ihr Inneres ist überdies von bei der Erhitzung entwickelten Gasbläschen durchsetzt. In höher veredelten Flözpartien wurden die Harze durch Schmelzung verflüssigt, wanderten in den das Flöz durchsetzenden Spalten und erstarrten schließlich zu Gängen einer glänzend-schwarzen, als Duxit bezaichneten Masse. An vielen Stellen wurden auch basale Flözpartien mit dem abwärts sickernden, sich über dem Liegenden stauenden Harz-Schmelzfluß imprägniert