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Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Berlin am 21. Februar 1940 - Die erste paläozäne Säugetierfauna Deutschlands.

Weigelt, J.

Kurzfassung

Am Südwestrand der Weferlinger Triasplatte liegt das Muschelkalkplateau zwischen Walbeck und Weferlingen. Durch die Unterlage von Gips führendem Röt und die Seitenlage zum Salzstock des Allertales weist die Platte Verkarstungen und Zerrspalten auf. In einer Nord-Süd verlaufenden Spalte im Bruch der Vereinigten Kalkwerke fand sich eine primäre Füllung mit kalkhaltigem, weißem Residualton und eine sekundäre eines bei der unteroligozänen Transgression umgearbeiteten Mergelsandes, der außer verkieselten Muschelkalkversteinerungen, neu gebildeten kleinen Quarzkristallen, in freien Hohlräumen entstandenen kernen Sinterbildungen und spärlichen Resten der Oligozänfauna sehr reiche Wirbeltierreste aus dem Oberpaläozän enthielt. Die wichtigsten Zeitmarken Plesiadapis tricuspidens und Arctocyoniden sind reichlich vertreten. Daneben treten interessante Salamanderformen, darunter Axolotl und der hochspezialisierte Zungenmolch zwei Krokodilarten und eine Reihe von Eidechsen, darunter die für Amerika so charakteristischen Glyptosaurier auf. Zahlreich sind die Vogelreste, darunter der straußengroße Gastornis, der Oberschnabelknochen eines Raubvogels usw. An Säugetieren ist bei weitem am häufigsten Arctoeyonides in 5-6 Arten, selten Claenodon, noch seltener Oxyclaenus. Häufig sind Halbaffenreste, die einerseits zu den Tarsiiden, andererseits zu den Chiromyiden gehören. Multituberkulaten wurden nicht gefunden. Die tiergeographische, anatomische und phylogenetische Bedeutung der verhältnismäßig reichen Fauna ist erheblich. Die Bearbeitung der Fauna erfolgt in den Nova Acta Leopoldina, in denen bereits ein Bericht über die Fundumstände veröffentlicht ist.