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Tektonische Bemerkungen zu einer Geologischen Karte der südlichen Frankenalb

Roll, Artur

Kurzfassung

Zusammenfassung Die feinere Untergliederung der geschichteten Fazies des Oberen Malm, wie sie zunächst in der südwestlichen Fränkischen Alb hatte durchgeführt werden können - fußend auf den Untersuchungen von SCHNEID und in Anlehnung an die im schwäbischen Jura zuerst von BERCKHEMER und seinen Mitarbeitern entwickelte Stratigraphie -, wurde über die ganze südliche Frankenalb verfolgt und unter Benützung der vorliegenden Arbeiten, vor allem des GÜMBEL'schen Werkes, kartenmäßig dargestellt. Es lassen sich damit auch die strukturellen Verhältnisse in großen Zügen überblicken, soweit es die schlechten Beobachtungsbedingungen - weit verbreitete Überdeckung durch jüngere und jüngste Schichten, Unterbrechung der geschichteten Fazies durch zahllose Schwamm- und Korallenriffe - überhaupt gestatten. Eine Anzahl von Störungen kann wenigstens roh festgelegt und eine Streichlinienkarte entworfen werden; dagegen genügen die Unterlagen für eine mechanische Analyse noch nicht, und für den Versuch einer historischen Betrachtung sind sie sehr mangelhaft. Die Verwerfungen spielen eine wesentlich geringere Rolle im Gesamtbild als in der Schwäbischen Alb. Das regionale Gefälle wird von ihnen nicht beeinflußt. Die größte Sprunghöhe dürfte etwa 100 m betragen. Das Streichen ist etwa 80°, das Fallen südlich, zur voralpinen Saumtiefe hin; entlang einer Linie, die von Dietfurt, in gegen NO ausgebauchtem Verlauf, nach Kapfelberg zieht, biegen die Streichlinien in die N-S-Richtung um; das Fallen geht dann zur Nabsenke, deren Achse innerhalb des Jurauntergrundes durch die Erhaltung mächtiger Rennertshofener Schichten gekennzeichnet ist. Auch der Gegenflügel der Nabsenke liegt in seinem südlichsten Teil mit dem Anstieg zum Keilberg noch in unserer Karte.