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Wissenschaftliche Sitzung der Gesellschaft Berlin, den 3. April 1940. Die paläogeographisch-tektonische Entwicklung der Innerdinarischen Zone Jugoslawiens.

Pilger, A.

Kurzfassung

Die Innerdinarische Zone Jugoslawiens umfaßt die bosnisch-inneralbanische Kalk- und Schieferregion (KOSSMAT) und die innerdinarische Serpentinregion (KOSSMAT, NOWACK). Sie ist im Süden auf die Hochkarstzone überschoben, während sie im Norden ohne tektonische Grenze in diese Einheit übergeht. - Vortragender geht von der Trias bei Sarajewo aus, die bereits durch v. HAUER, V. MOJSISOVICS, KITTL u. a. gegliedert wurde. Fossilmäßig nachgewiesen sind Wertener Schichten, anisische Kalke (mit dem Buloger Fossilhorizont), ladinische Silexkalke und Mergel, Aonides-Schichten und weiter westlich und östlich auch höhere Obertrias. Westlich von Sarajewo treten Mergel und Hornsteine zurück, dafür erscheinen massige Kalke und Dolomite. So besteht die Mittel- und Obertrias in der Bjelasnica-Planina aus ca. 1500 m mächtigen, schwer zu gliedernden Kalken, bei Konjic aus ca. 2000 m mächtigen Dolomiten. Östlich von Sarajewo nehmen Mergel- und Hornsteinlagen zu, bis sich aus der kalkigen Trias seitlich wechsellagernd die mächtige Schiefer-Hornstein-Formation mit Ophiolithen entwickelt, die durch die ganzen Dinariden zieht. Die Schiefer-Hornstein-Formation wurde in Jugoslawien zuerst von HAMMER (1923) als triadisch erkannt, nachdem andere Autoren, wie KATZER und JEKELIUS, schon früher Teile von ihr zur Trias gerechnet hatten. Nunmehr ist auf Grund zahlreicher Fossilfunde erwiesen, daß die Schiefer-Hornstein-Formation Jugoslawiens in der tiefsten Trias bzw. dem höchsten Perm einsetzt und bis unter Kalke der höheren Obertrias läuft. Seitlich verzahnt sie sich mit kalkiger Trias. Die meist in ihrem Bereiche auftretenden Ophiolithe erweisen sich einschließlich der gewaltigen Serpentinmassen ebenfalls als triadisch. Lias greift mit Basalkonglomerat über.