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Beobachtungen an Zopfplatten

Weiss, W.

Kurzfassung

Zusammenfassung. 1. Die Lage der Zöpfe (oder Zopfschnüre) auf der Dachfläche und der Zopfrinnen (gekielten Rinnen) an der Sohlfläche der Zopfplatten wird festgestellt. 2. Zopfähnlich gegliederte Wülste, die an der Sohlfläche auftreten, werden von den Zöpfen der Dachfläche unterschieden (Zopfwülste). 3. Die Zopfrinnen sind Grabspuren, jedoch keine einfachen Grabröhren. Sie werden von dem liegenden Sediment erfüllt. Es wird nachgewiesen, daß die Füllung bei der Entstehung der Zopfrinnen erfolgte. 4. Es wird gezeigt, daß die Zöpfe keine Grabtunnel-Füllungen (QUENSTEDT, ABEL) sind, sondern teils als erhabene Spuren auf der ehemaligen Bodenfläche, teils als zopfartige Auftreibungen der Dachfläche einer Sandschicht unterhalb der ehemaligen Bodenfläche entstanden (Zwischenschicht-Formen). 5. Die Zusammengehörigkeit von Zopfrinnen der Sohlfläche, von Zwischenschicht-Formen und von Zöpfen der Dachfläche wird festgestellt und untersucht. Die Entstehung der Formen wird erklärt a) durch eine fortschreitend wiederholte Durchwühlung des Sedimentes, die von unten schräg aufwärts gerichtet war. (Parallele Grabspuren, die von einer Zopfrinne ausgehen, werden beobachtet.) - b) aus dem Verhalten des wassergesättigten, feinkörnigen Sandsediments. (Die Eigenschaften des wassergesättigten Feinsandes werden an einfachen Versuchen gezeigt.) 6. Die tiefste Grabspur unterhalb eines Zopfes wird befunden a) an der Grenze gegen eine liegende Tonschicht in Form der Zopfrinne, b) unmittelbar über einer solchen Grenze: Ausbildung einer flachen, verschwommenen Zopfrinne an der Sohlfläche, im besonderen Fall einer sog. Doppelfurche, c) innerhalb der Zopfplatte: gelegentliches Auftreten von hellen Bändern im verrosteten, dunkleren Sandstein, ausnahmsweise: eine gangartige Höhlung. 7. Die Zopfwülste der Sohlfläche sind vom Hangenden her eingefüllte Grabspuren. Es wird dargetan, daß sie bei der einfachen Fortbewegung des Urhebers der Zöpfe entstanden und sogleich gefüllt wurden. 8. Auf der Bodenfläche kann an Stelle eines Zopfes auch eine Rinne, eine Furche mit Seitenwällen oder eine quastenartige Form (erhaben) gebildet worden sein. 9. Die sog. Perlspuren (oder Punktfährten) auf der Dachfläche von Zopfplatten des Lias Alpha werden dem Erzeuger der Zöpfe zugeschrieben. Ihre Deutung als Grabspur-Mündungen wird erörtert. ...