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Eine ungewöhnliche Regenwirkung in der ostholsteinischen Diluviallandschaft

Wetzel, W.

Kurzfassung

Im Juli 1939 gingen in Ostholstein ungewöhnlich reichliche, z. T. gewitterige Regenfälle nieder. Westlich Kiel am Gestade des Westensees traten dabei Erosionswirkungen auf, die nahezu an die Morphologie außereuropäischer Trockengebiete erinnern. Der Westensee liegt als Kreuzgestalt eingebettet in einen ausladenden Bogen der Weichsel-Endmoräne. Der nach N zeigende Kreuzarm des Sees dürfte durch einen Toteisblock vorgebildet worden sein, an den sich mächtige Schüttungen von Schmelzwassersanden angelegt haben, so daß die Halbinsel von Felde, die den Seespiegel um 17 m überragt, so gut wie ganz aus diesen Sanden aufgebaut erscheint. Zum Gelände des Gutes Wulfsfelde gehört ein Ackerstück von etwa 125 X 100 m Fläche, das zum Westensee sanft abfällt, während sich nördlich und südlich mehr horizontale Flächen anschließen, die seewärts mit Kliffkanten enden. Vor alle diese Bereiche legt sich noch ein Vorstrand, der z. T. durch Verlandung entstanden ist und gegenwärtig als flacher Wiesenstreifen erscheint. Unser abschüssiges Ackerstück ist von diesem Wiesenstreifen durch einen ,Knick" abgegrenzt, d. h. durch einen niedrigen, mit Buschwerk bepflanzten Erdwall. Das Ackerstück, dessen Gefälle etwa 3:100 beträgt, trug beim Einsetzen der kritischen Regentage eine äußerst spärliche Vegetation in Gestalt von ganz jungen locker verteilten Rübenpflanzen.