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Geochemie und Erdgeschichte

Hummel, K.

Kurzfassung

Die Fragen der Geochemie können in der Weise behandelt werden, wie die ,exakten" Naturwissenschaften, Chemie und Physik, ihren Forschungsbereich behandeln, d. h. man kann die allgemeinen, chemischen und physikalischen Gesetze zu ermitteln suchen, welche die Verteilung der Elemente in der Erde beherrschen; die geochemische Forschung dieser Art hat enge Berührungspunkte mit der Mineralogie und Gesteinskunde. Sobald man sich jedoch nicht rein auf die Beschreibung des jetzigen Zustandes beschränkt, sondern die Entstehungsweise des Zustandes zu erklären versucht, muß auch der geochemisch arbeitende Mineraloge die Arbeitsweise und Gesichtspunkte der dynamischen Geologie verwenden. Dies zeigt, daß es unrichtig ist, wenn die Mineralogie den Anspruch erhebt, allein für die geochemischen Fragen zuständig zu sein, wie dies SCHNEIDERHÖHN (N. J. f. Min., 1937, II, S. 671) kürzlich getan hat. Es gilt für die Geochemie genau dasselbe wie für die Lagerstättenkunde: es sind Grenzgebiete, auf denen der Geologe nicht ohne mineralogische Methoden, aber auch der Mineraloge nicht ohne geologische Methoden auskommen kann. Jeder Streit über Zuständigkeitsfragen und auch jeder Anspruch auf alleinige Zuständigkeit ist hier völlig fehl am Platze. Nur durch Zusammenarbeit bzw. durch gleichzeitige Anwendung geologischer und mineralogischer Arbeitsweisen, kann die Geochemie ,in ihrer vollen und ganzen Breite und Ausdehnung betrieben werden".