Original paper

Wissenschaftliche Sitzungen der Untergliederung Wien der Deutschen Geologischen Gesellschaft Wien, den 15. März 1940. Ostabdachung der deutschen Alpen und Randbecken im Jungtertiär.

Winkler-Hermaden, A.

Kurzfassung

Der Vortragende gibt eine übersichtliche Darstellung seiner neuen Ergebnisse über die junge Entwicklung der Ostabdachung der Alpen. Als Hauptergebnisse werden hervorgehoben: Die tertiäre Schichtfolge läßt (seit dem höheren Oligozän) 4 tektonischsedimentologische Hauptzyklen erkennen, welche a) die Zeit des höheren Oligozäns, b) des älteren Miozäns, c) des mittleren Miozäns, d) des oberen Miozäns, Pliozäns und Quartärs umfassen. Bedeutende orogenetische und synorogenetische Bewegungen, die sich in der Entstehung flächenhafter Grobschuttförderung ausprägen, kennzeichnen besonders die orogenetischen Hauptphasen der tektonischen Hauptzyklen, denen sekundäre Vor- und Nachphasen zugeordnet werden können. Mächtigkeit und räumliche Ausdehnung der Schuttmassen der einzelnen Hauptzyklen lassen schließen, daß jeweils eine mehr oder minder vollkommene Neuschöpfung der Alpen als morphologischer Gebirgskörper Platz gegriffen hat.