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Grundsätzliches zur Schwermineralanalyse der diluvialen Rheinterrassen und Lösse des Mittel- und Niederrheingebietes Über die Verwitterbarkeit der Schwermineralien III

Sindowski, Karl-Heinz

Kurzfassung

Zusammenfassung. Allgemein bedeuten diese Untersuchungen über die Mineralzusammensetzung der Rheinterrassen, daß bei jeder schwermineralanalytischen Untersuchung eine Vergewisserung notwendig ist, ob in dem zu untersuchenden Sediment die ursprünglich abgelagerte Mineralkombination noch vorhanden ist oder ob durch nachträgliche Verwitterung schon eine Auslese unter den verwitterungsempfindlichen Mineralien getroffen wurde. Daß eine solche Mineralauslese vor allem in geologisch alten Sedimenten stattgefunden hat, zumal wenn diese mehrere Verwitterungsperioden hinter sich haben, ist nach dem vorstehend Gesagten unbedingt zu erwarten. Es ist deswegen nicht erstaunlich, wenn solche alten Sedimente keine verwitterungsempfindlichen, sondern meist nur stabile Mineralien wie Turmalin, Zirkon und Rutil führen. Aber nicht nur die alten Sedimente sind dieser nachträglichen Verwitterung anheimgefallen, sondern überhaupt jedes Sediment, das ein- oder mehrmals längere Zeit der Verwitterung preisgegeben wurde, wie unser Beispiel der Rheinterrassen zeigt. Die Mineralzusammensetzung eines Sedimentes braucht also nicht mehr die ursprünglich abgelagerte zu sein und kann deswegen auch nichts Einwandfreies über Herkunftsgebiet und Klima aussagen. Erst wenn die Beziehungen zwischen Abtragungs- und Ablagerungsgebiet hergestellt sind und man übersehen kann, welche Mineralien vom Herkunftsgebiet geliefert wurden und welche sich im daraus abgelagerten Sediment wiederfinden, lassen sich Angaben über Klima und Verwitterung machen (SINDOWSKI 1939). Daß Faktoren wie Oberflächenlage, Kalkfreiheit, Grobkörnigkeit die Verwitterung der Mineralien beschleunigen, wurde hier, wie auch schon früher (SINDOWSKI 1938 c, 1939), ausdrücklich betont. Umgekehrt schützen jüngere Deckschichten, zumal wenn diese noch feinkörnig und kalkhaltig sind wie der Löß, die darunterliegenden Sedimente vor Verwitterung. Die Folge ist, daß gleichaltrige Schichten infolge verschiedener mechanischer oder chemischer Eigenschaften oder infolge Fehlens oder Vorhandenseins von Deckschichten verschiedene Gehalte an unstabilen, verwitterungsempfindlichen Mineralien führen.