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Die Stellung der Wangener Terrasse im Thüringer Diluvium

Hesemann, J.

Kurzfassung

Thüringen war infolge seiner Lage zwischen den nordischen Vereisungen und dem eisfreien Mittelgebirge Ablagerungsgebiet der glazigenen und fluviatilen Bildungen während des Diluviums. Die Flüsse haben als Zeitmarken ihre Terrassen hinterlassen; das nordische Inlandeis hat die Täler zeitweise in Staubecken umgewandelt und sie und die Höhen mit seinen Produkten bedeckt. In den Zwischeneiszeiten erneuerten sich Fauna und Flora und steuerten ebenfalls erdgeschichtliches Material bei. Kein Wunder, daß dieses Material, besonders wertvoll durch seine Wechselbeziehungen, zur Aufteilung und Gliederung verlockte und über Thüringen hinaus für die gesamte Diluvialchronologie große Bedeutung bekam. Die beiden großen Synthesen des deutschen Diluviums, die wir SIEGERT & WEISSERMEL (1911) und neuerdings SOERGEL (1939) verdanken, beruhen auf gründlicher Verarbeitung des Thüringer Materials. SOERGEL unterscheidet 7 präglaziale und 7 glaziale Terrassen und hat, indem er das Thüringer Flußsystem mit denen von Elbe, Rhein, Oder und Themse verglich, in den eiszeitlichen Zyklus einbaute und in Anlehnung an die Strahlungskurve der absoluten Zeitrechnung unterwarf, ein geschlossenes diluviales System aufgebaut. Ehe jedoch diese großartige Konzeption zur Norm erstarrt, möchte ich einige Beobachtungen mitteilen, die auch bei der Beschäftigung mit dem Thüringer Diluvium gewonnen sind und für die SOERGEL'sche Gliederung von Bedeutung sein können.