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Wissenschaftliche Sitzungen der Gesellschaft Berlin, den 6. November 1940. Das Interglazial von Ringen bei Dorpat und die Gliederung des Diluviums im nördlichen Ostbaltikum.

Thomson, P. W.

Kurzfassung

Im Dezember 1938 hat K. ORVIKU in einem Brunnenprofil bei Ringen südlich von Dorpat die ersten anstehenden Interglazial-Ablagerungen im nördlichen Ostbaltikum unter der roten Grundmoräne der letzten Eiszeit festgestellt. Im Liegenden konnte er im August 1939 die ältere graue Grundmoräne nachweisen. Die mikropaläontologische Untersuchung des Materials ist vom Vortragenden durchgeführt worden. Die Waldgeschichte dieses Interglazials unterscheidet sich vom Postglazial durch wesentlich größere Häufigkeitswerte der Eiche, der Hasel und der Erle während der Wärmezeit, wobei die Birke und die Kiefer im Gegensatz zum Postglazial fast völlig verschwinden. Die Ulme und Linde dagegen spielen hier eine bedeutend geringere Rolle. Der wesentlichste Unterschied ist eine Hainbuchen-(Carpinus betulus) - Phase die den Eichenmischwald ablöst und später von der Fichte verdrängt wird.