Original paper

Baugeologie und Bodenmechanik

Birzer, Friedrich

Kurzfassung

Die vorstehende Forderung von STINI, wonach nur solche Geologen Baugrundgutachten abgeben sollen, die die Baugrunderfordernisse des Erd- und Grundbaus hinreichend übersehen können, muß man eindringlichst unterstützen. Hier ist - wie STINI ausführt - zuweilen gesündigt worden. Umgekehrt kann man mit gleichem Recht die Forderung aufstellen, daß nur solche Baugrundingenieure Aussagen über die Eigenschaften des Baugrundes machen sollen, die beurteilen können, ob ihre im Laboratorium an oft nicht einmal 1 kg Baugrund gewonnenen Erkenntnisse für die gesamte Baustelle und auch für die Dauer von Jahrzehnten, ja Jahrhunderten gelten; solche Baugrundingenieure also, welche die zur Beantwortung dieser Frage allein gültigen geologischen Methoden vollständig oder wenigstens so weit überblicken, daß sie die Ratschläge eines Geologen verstehen und ausnützen können. Hier wird noch mehr gesündigt. Denn mit den Fortschritten des Grundbaus in den letzten Jahren hat die Kenntnis der Geologie bei den Bauingenieuren nicht in gleicher Weise zugenommen, nicht einmal bei den Baugrundingenieuren. Welche geologischen Vorstellungen mögen zum Beispiel zugrundeliegen, wenn in einem verbreiteten, umfangreichen Lehrbuch des Grundbaus (SCHOKLITSCH 1932) steht (S. 25): ,Zum Schlusse sei noch eine heute weitverbreitete physiologische Untersuchungsmethode erwähnt, die meist zur Auffindung unterirdischer Wasseradern verwendet wird, das ist die Mutung mit der Wünschelrute." Dabei handelt es sich hier um die Vorstellung vom Grundwasser, mit dem ein Bauingenieur auf Schritt und Tritt zu tun hat.