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Geologie und Baugrundlehre (Erfahrungen aus Sudwestdeutschland.)

Wagner, Georg

Kurzfassung

Den Ausführungen von F. BIRZER (Heft 9, 1940 dieser Zeitschrift) stimme ich voll und ganz zu. Sie veranlassen mich, einige ergänzende Beispiele hinzuzufügen, vor allem aus Württemberg. Am Eisberg in Eßlingen wollte ein Turnverein an einem Knollenmergelhang einen Sportplatz anlegen. Vom Stadtrat, der seinen Knollenmergel kennt, wurde ein geologisches Gutachen gefordert, das dringend abriet. Trotzdem gelang es den Beteiligten, unter der Flagge ,Arbeitsbeschaffung" die Anlage durchzudrücken. Die Voraussage des Geologen erfüllte sich. Als mich dann ein befreundeter Bauingenieur zu Rate zog, sah ich, daß alles geschehen war, um die erwartete Rutschung zu erzwingen. Der Anstieg zum Lias war mit steiler Böschung angeschnitten, der Aushub aber auf den etwas weniger geneigten Knollenmergelhang geworfen, um so eine ebene Fläche zu schaffen. Das über dem Knollenmergel austretende Wasser suchte sich selbst seinen Weg. Die Fläche war kaum planiert; in den tiefen Löchern stand das Schneewasser. Nirgends hatte man versucht, eine Rasendecke zu schaffen. Und in diesem Zustand hatte man die Arbeiten im Herbst ruhen lassen. Der Erfolg war eine mustergültige Rutschung, welche die Wege um etwa 10 m hangab verlegte und noch über die anstehenden Stubensandsteinfelsen hinabreichte, aber auch nach oben in den Lias hinaufgriff, wobei hohe Buchen auf ihrem Wurzelballen hangab fuhren, schöne Harnische erzeugend. Erst nach Wochen legte sie ein Sturm vollends um.