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Zur baugeologischen Vorbildung

Stini, Josef

Kurzfassung

Herrn Dr. BIRZER dürfte infolge seiner Heeresdienstleistung mein Aufsatz ,Ingenieurgeologie und ingenieurgeologischer Unterricht" (Geologie und Bauwesen, 1939, H. 4) entgangen sein; wer diesen aufmerksam durchliest, wird finden, daß die beiderseitigen Anschauungen erfreulicherweise weitgehend miteinander übereinstimmen; ich habe z. B. schon damals betont, daß ein richtiger Baugeologe natürlich ein Vollgeologe sein muß. Nur in einem Punkte führt mich eine mehr als zehnjährige, eigene Baupraxis und ein weitgehender Einblick in baugeologische Fragen zu einer Auffassung, welche von der Anschauung meines obengenannten Fachkameraden abweicht: ein Baugeologe muß eine gewisse technische Vorbildung (oder spätere kursmäßige Nachbildung) und womöglich auch eine Baupraxis besitzendiese Forderung habe ich bereits mehrfach begründet. Es freut mich andererseits, daß Fachkamerad Dr. BIRZER mit mir der Meinung ist, daß die geologische Vorbildung des Bauingenieurs vertieft werden muß. Herr Prof Dr. BEURLEN hat zwar im Vereine mit Prof. VON ZUR MÜHLEN durchgesetzt, daß die für Bauingenieure auf drei Wochenstunden herabgesetzte Unterrichtsdauer in Geologie Mineralogie und Bodenkunde an den Technischen Hochschulen auf sechs Wochenstunden erhöht wirdes ist aber auch dieses Stundenausmaß für das Flachland um mindestens zwei und für das Hochgebirge um etwa drei bis vier Wochenstunden zu enge; man wird selbst beim Durchsetzen dieser bescheidenen, weiteren Erhöhungen noch nicht einmal jenes Stundenausmaß erreicht haben, über welches der Lehrer aus Technischer Gesteinkunde, Technischer Geologie, Technischer Bodenkunde usw. einstens an der Hochschule in Wien verfügte (13).